Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hardware TFT für die Bildbearbeitung ??
Lothar Franz
30.06.07, 10:47
Mein Röhrenmonitor gibt so allmählich seinen Geist auf. Meine
bisherigen Versuche, einen wirklich geeigneten TFT-Monitor zu
finden, sind noch erfolglos.
Vollmundige Werbung wird z.B. für den NEC SpectraView 2190 gemacht.
(kompromisslose Farbtreue für professionelle Bildbearbeitung
dank hardware-kalibrierbarem 21-Zoll-LCD ....)
In einem Nikon-Forum wird Eizo vollmundig gelobt ....
Wer von euch setzt einen TFT mit Zufriedenheit ein?
Welches Fabrikat und Typ?
Ich habe einen Fujitsu-Siemens C19-7, der mittels Spyder kalibriert wurde und bisher keine Probleme bei der Bearbeitung.
Welche Kriterien setzt du denn für einen TFT an?
Lothar Franz
30.06.07, 12:03
Welche Kriterien setzt du denn für einen TFT an?
Technische Daten etwa:
+ Diagonale 21"
+ Auflösung 1600 x ... (mind 1240 x ...)
+ gutes Kontrastverhältnis ( => 1000:1 )
+ bestmögliche Farbtiefe
+ DVI-Anschluss
+ für stillstehende Bilder (muss nicht für Spiele etc. tauglich sein.)
- kein Glossydisplay
(...was man so als Empfehlung für diese Zwecke zu lesen kriegt.)
Allerdings traue ich den Datenangaben der Hersteller nicht so recht.
Deswegen wäre mir Erfahrung aus der Praxis sehr wichtig!
Preis:
Da meine Monitore i.d.R. viele Jahre bei mir stehen, werde ich beim
Preis großzügig sein können. Lege ich den Preis auf die Nutzungsdauer
um, so relativiert er sich doch sehr schnell (im Vergleich zu anderem
Luxus den man sich so ab und zu gönnt). Mit anderen Worten: Ich
kaufe mir wenig Equipment, dann aber gerne was wirklich Gutes.
Mein Monitor hat ein Kontrastverhältnis von 800:1, ist also sehr hell. Bei der Farbtiefe weiss ich nur, dass es irgendwelche Hi-end-Geräte mit 12bit gibt. Die meisten arbeiten aber nur mit 8-Bit. Und ab 19" bekommst du auf jeden Fall eine 1280er Auflösung.
Aber schau dich mal bei prad.de (http://www.prad.de) um, dort kannst du dich tiefer in die Materie einlesen. Die haben auch ein großes Forum, wo du evtl. besser fündig wirst.
Lothar Franz
30.06.07, 12:30
Aber schau dich mal bei prad.de (http://www.prad.de) um, dort kannst du dich tiefer in die Materie einlesen. Die haben auch ein großes Forum, wo du evtl. besser fündig wirst.
Danke für den Hinweis.
Mir geht es aber, wie gesagt, um Erfahrung. Zum Beispiel von den
Leuten hier, die viel Erfahrung mit Bildbearbeitung haben (Fix-Foto,
Photoshop etc.) und diffizile Bearbeitungen durchführen. Die Leute
müssen doch hervorragende und bestens kalibrierte Monitore im
Einsatz haben, sonst wäre das ja alles Augenwischerei was so erzählt
wird. (noch 'n Tick mehr Kontrast da und Farbe hier und Schärfe dort...)
Oder arbeiten alle mit Röhre (RCD)?
Ich kann nur von mir sprechen und wie ich oben schon erwähnt habe, ist mein Monitor kalibriert. Die Schärfe hat damit weniger zu tun, denn die TFTs sind von Haus aus schon scharf. Kann man nicht mit Röhren vergleichen, da bei TFTs ja wirklich jeden einzelnen Pixel darstellen. Deshalb wirken Bilder auch auf TFTs immer einen Tick schärfer als auf Röhren (man muss also weniger nachschärfen).
Wenn ein Monitor kalibriert ist, dann siehst du schon, wo die Farben im Bild nicht stimmen oder der Kontrast harkt. Es ja eben der Sinn einer Kalibrierung, dass das gleiche Bild auf verschiedenen Monitoren gleich aussieht.
Ich habe seit kurzem einen neuen TFT. Fujitsu-Siemens L22W-2.
Es ist bereits mein zweiter TFT, der erste war ein LG.
Der neue ist nicht kalibriert (war der alte auch nicht), aber da ich keine negativen Meldungen zu meinen Bildern oder zu meiner HP erhalten habe, wurde der neue Monitor jetzt einfach von mir so eingestellt, dass er meine HP wie gewohnt anzeigt.
Wir haben seit gestern ein neues Mitglied, Elke. Sie hat sich vor kurzem auch einen TFT gegönnt und hatte vorher eine Röhre.
Ich denke sie kann zu dem Thema sicher etwas beitragen.
Da werde ich sie doch gleich mal anstubsen.
Da fühle ich mich doch glatt angestubst und will mal ein "Hallo, hier bin ich" in die mir noch unbekannte Runde werfen. (nähere Vorstellung, falls gewünscht, folgt später)
Zum Thema:
Ich hatte einen Samsung Syncmaster 950p mit 17", war lange zufrieden. Bis...ja bis ich mir einen Laptop zulegte, mit TFT Monitor. Obwohl er spiegelt, ist die Bildqualität um vieles besser und ich war schon ziemlich begeistert.
Was dazu führte, dass ich noch mal wieder ins Portemonnaie griff und mir einen Eizo Flexscan 1931 mit 19" gönnnte. Und auch das war schon wieder eine Steigerung, die ich kaum für möglich hielt. Ich bin schlichtweg begeistert.
Schwierig war nur die Umstellung der Sehgewohnheit, ich hatte z.B. anfänglich Schwierigkeiten, Schärfe und Brillanz und Kontrast der Bilder richtig einzuschätzen. Da musste dann gelegentlich mal Sylvi herhalten ( ;) ), doch nun gehts so einigermassen.
Ich bereue diese Investition absolut nicht.
Lieben Gruss
Elke
Hallo Lothar,
mein alter Röhrenmonitor hat auch vor einiger Zeit seinen Geist aufgegeben. Also kümmerte ich ich ebenfalls um einen TFT. Ich habe einen 19 Zoll Siemens und bin inzwischen sehr angetan. Inzwischen deshalb, weil es schon auch ein wenig Umgewöhnung bedarf. Z.B. fand ich die Schärfe anfangs fast schon unangenehm, andererseits erkennt man aber auch kleinste Details.
Mein Monitor war werkseitig furchbar eingestellt, deshalb war ich entsetzt, als ich ihn das erste Mal in Betrieb nahm. Viel zu hell, Kontrast auf Maximum usw., eigendlich nur mit Sonnenbrille zu ertragen. Jetzt bin ich richtig begeistert und frage mich, warum ich nicht schon vorher umgestiegen bin.
Gruß
Wilfried
Dann will ich auch mal meinen Senf dazu geben.
Grundsätzlich sollte jeder Monitor mindestens einmal kalibriert werden. Im Einfachsten Fall kann man Helligkeit und Kontrast mit dem Graukeil einstellen (http://www.graukeil.de). Für Farbe bieten viele Fotolabors eine Farbkarte an, die auf das gleiche Papier ausbelichtet wird wie die Fotos. Diese können als Referenz für die Farbgenauigkeit verwendet werden und der Monitor dann auf die Eigenschaften dieses Fotolabors abgeglichen werden. So hat man zumindest die Garantie, dass Ausbelichtungen auf Papier die gleichen Farben bekommen, wie man sie am Monitor sieht.
Ich verdiene meine Brötchen mit der EDV. In unserem Betrieb verwenden wir 21" Eizo Röhrenmonitore und 24" HP TFT's. Beide werden mit einer Hardware ähnlich des hier bereits angesprochenen Spiders kalibriert. Diese Hardwarekomponenten bekommt man zwischen 200 und 1.200 Euro, wobei hier der Preis in der Regel auch als Maßstab für die Genauigkeit gewertet werden kann.
Während die Röhren in der Regel nur einmal im Monat kalibriert werden, muß man die TFT's fast täglich abgleichen, zumindest in der wärmeren Jahreszeit.
Warum? Es liegt an der Leistungsaufnahme und der damit bedingten Wärmeentwicklung. Röhrenmonitore entwickeln in ihrem Inneren durch Zeilentrafo und Kaskade Temperaturen zwischen 50-60 Grad Celsius, währenddessen die TFT's, deren Leistungsaufnahme lediglich 5-10% der eines Röhrenmonitors beträgt, noch nichtmal handwarm werden.
Dies bedeutet, dass der Anstieg der Raumtemperatur um zwei- drei Grad sich bereits messbar auf die Kalibrierung der TFT-Monitore auswirkt, während die Röhre stabil bleibt (die Raumtemperatur erreicht in unseren Breitengraden eher selten Werte über 60 Grad ;-)
In unseren nichtklimatisierten Räumen stellt das im Sommer ein Problem dar, während im Winter durch die Heizung die Abweichung gegen 0 geht.
Bevor jetzt aber ein großer Aufschrei kommt, möchte ich erklären, dass wir natürlich nicht alle Monitore ständig kalibrieren. Interessant ist das nur für unsere Abteilung Öffentlichkeitsarbeit, die für die Druckerzeugnisse zuständig ist, denn da wirken sich bereits kleine Farbunterschiede sichtbar aus.
Es kommt also darauf an, mit welchen Ambitionen die Fotografen hier im Forum an ihr Hobby / an ihren Beruf herangehen, und was letztendlich als Resultat erzeugt werden soll.
In meinem Qualitätslevel ist es sicherlich nicht ganz so dramatisch, wenn meine Kalibrierung nicht so ganz perfekt ist, als vielleicht bei jemanden, dessen fotografische Erzeugnisse in Bildbänden abgedruckt werden sollen.
Ich persönlich arbeite mit Röhre und TFT, wobei ich bei den TFT's die LG-Monitore bevorzuge. Die haben mittlerweile einen Kontrast von 1600:1, eine gute Farbwiedergabe und ein ausgewogenes Preis/Leistungsverhältnis. Den Preisunterschied zu einem HP, Sony oder Eizo würde ich dann lieber in einen SpiderII investieren, der von der Genauigkeit her im Mittelfeld anzusiedeln ist, aber auf jeden Fall hilft, reproduzierbare Werte einzustellen, und das so oft man will.
@Sylvi: Wenn Du keine negativen Reaktionen zu Deinen Bildern oder zu Deiner Webseite bekommen hast, dann kann das daran liegen, dass Dein Monitor ab Werk bereits brauchbar eingestellt ist. Viel wahrscheinlicher liegt es aber an der Größe der Bilder, die Du zur Diskussion stellst, bzw. an deren Form. Im Web veröffentlichte Bilder haben selten eine Auflösung größer 72 dpi, werden noch dazu meist als jpg abgespeichert und haben meist eine Dateigröße (weit) kleiner 200kb. Auch eine Ausbelichtung oder ein Print bis zu einer Größe von ca. A4 auf Fotopapier wird für den unbedarften Betrachter noch keine nennenswerten Qualitätseinbußen zeigen. Würde das gleiche Bild jedoch im Offset-Druck (oder Tiefdruck) hergestellt, würde selbst ein Laie mit Sicherheit Unterschiede zu einem speziell dafür vorbereiteten Bild feststellen können. Diese werden in der Regel mit 300 dpi oder mehr angelegt und verwenden den CYMK-Farbraum, der sich vom von uns meist verwendeten RGB-Farbraum stark unterscheidet.
Kurz gesagt: Wer sich bisher noch nie mit dem Begriff 'Druckvorstufe' auseinander setzen mußte, für den ist es relativ egal, ob er einen Tft oder einen Röhrenmonitor einsetzt, und ob der (innerhalb des Toleranzbreiches) nicht ganz perfekt kalibriert ist.
Fred
Habe schon seit 2002 einen TFT von Eizo, 18", mit Auflösung von 1280 x 1024 Pixel, Kontrastverhältnis 800:1. Kostete damals 1300 EUR.
Schon ein paar Laptops - nicht nur meinen eigenen, darunter recht neue, habe ich bei mir zu Hause gehabt, keines von dessen TFTs konnte auch nur annähernd meinem inzwischen 5 Jahre alten Gerät mithalten. Bei TFTs von Laptops bin ich daher sehr skeptisch und zurückhaltend.
Der löste meinen alten Monitor ab, der immer mehr dunkelte.
Die Ablösung des alten Monitors war längst überfällig gewesen, wie ich damals an meinen bearbeiteten Bildern erkennen musste: sehr viele Bilder sah ich mit dem neuen Gerät ziemlich flau, mit wenig Kontrastumfang, wohl deshalb, weil das alte Gerät selbst nicht mehr zu bieten hatte. Bis heute habe ich diesen Schritt nicht bereut, mit dem TFT fand ich immer die richtige Helligkeit/Kontrast und die richtige Farbwiedergabe.
Die Schärfe von Fotos kann man auf einem TFT sicher leichter beurteilen als auf einem CRT.
Vermutlich hätte ich mit einem CRT jetzt wieder die gleichen Probleme wie damals: die kontinuierlich nachlassende Leistungsfähigkeit.
Die Kalibrierung des heutigen, älteren Eizo TFTs mache ich auch mit dem Spyder, das gibt mir eine gewisse Sicherheit für die Neutralität der Farben, des Kontrastes und der Helligkeit meiner Fotos.
Grüße,
Heinz-Josef
Im Grunde genommen ist die Diskussion nicht ganz richtig positioniert. Denn wenn wir uns über 'den' richtigen Monitor unterhalten wollen, dann ist das ähnlich unmöglich wie in dem von mir eröffneten Thread über 'das' perfekte Bild zu diskutieren.
Letztendlich kommt es darauf an, was mit den bearbeiteten Bidern geschehen soll, bevor man sich für das richtige Monitorprinzip - oder Modell entscheiden kann.
Ich benutze einen 24 Zoll TfT von HP mit einem Konrastverhältnis von 1600:1 und einen Eizo CRT-Monitor.
Am TfT bearbeitete Bilder für die Druckvorstufe, wie wir sie hier in der Firma häufig erstellen, kommen meistens von der Druckerei zurück, mit der Bitte um Nachbearbeitung. Das Problem: Diese sind oft überschärft, was wohl daran liegen mag, dass der (digital) dargestellte Kontrast (noch) nicht unseren Sehgewohnheiten entspricht.
Dein 5 Jahre alter Monitor mit einem Kontrast von (lediglich) 800:1 kommt vermutlich der Röhre näher als unsere TfT's hier mit 1.600:1 und entspricht somit vermutlich eher den EIgenschaften des Menschlichen Auges als die neuen Generationen.
Wie gesagt, ich bin nur der EDV-Techniker in diesem Betrieb, erstelle die Bilder nicht, und bearbeite sie auch nicht nach. Jedoch bin ich mit der Kalibrierung der Geräte für die entsprechende Abteilung betraut, und weiß deshalb, dass digital und analog nach der gleichen Methode und mit der gleichen Hardware und von der gleichen Person kalibriert werden.
Ich habe aber auch schon festgestellt, dass meine am TfT bearbeiteten und hinterher im Labor ausbelichteten Bilder eher ein surreales Aussehen hatten, während sie am Monitor dem entsprachen, was ich mir vorgestellt hatte.
Letztendlich unterhalten wir uns hier aber über Nuancen, die der unbedarfte Betrachter eventuell gar nicht wahr nimmt.
Fred
Ich arbeite nach wie vor mit einem CRT. Mittlerweile ist der Monitor 7 Jahre alt und ich hoffe sehr, er wird weitere 7 Jahre halten. Im Keller hätte ich noch einen Ersatzmonitor. Ich hatte mir mal einen TFT gekauft, ihn allerdings nach einem Tag wieder zurückgebracht. Gut, es war ein LG für 199,-, aber die Darstellung war mehr als mickrig. Erstens war er ungleichmässig, das heisst in der Mitte heller als aussen und zweitens bin ich über die Bilder regelrecht erschrocken.
Lothar Franz
17.07.07, 10:11
Danke für die konkreten und allgemeinen Tipps und Infos.
Besonders an Micha für den Tipp mit PRAD.de !
Ich habe mir jetzt mal die folgenden Monitore in die nähere Auswahl genommen:
EIZO S2100 (21", 1600x1200)
NEC LCD2170NX.pdf (21", 1600x1200)
NEC LCD2470WNX (24", 1920x1200)
Bin gespannt und werde auch gerne berichten.
Gruß, Lothar
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