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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Software Bildbearbeitung ja oder nein?


Dana
30.08.07, 11:55
...zur Bildbearbeitung.


Ich bin keine wirklich tolle Fotografin, habe kaum Ahnung. Ich knipse das, was ich für sehenswert halte. Sicher ist es dann nicht immer perfekt, das ist klar.

Nun ist es wohl so, dass jeder mir nahelegt, die Bilder zu bearbeiten. Daran habe ich vorher noch nie gedacht.


Nun meine Überlegung:
Ist das dann nicht eigentlich Trug? Man nimmt ein Motiv auf und bearbeitet es solange, bis es seinen Vorstellungen entspricht...selbst, wenn es dann nicht mehr natürlich aussieht...ist das denn dann besser?

Wie ist das, wenn ich weiß: naja, SO hats ja eh nicht ausgesehen...

Oder die Models, die SO ver"Fotoshop"t werden, dass man sie nicht wiedererkennt...

Ist das denn...BESSER?
Ich würde gerne einfach mal EURE Überlegungen und Meinungen dazu hören. :)

Gruß,

Dana

MarcGerard
30.08.07, 13:15
MEINE persönliche meinung:
KEIN photo sollte unbearbeitet werden. ich finde das sogar wichtig.

um meine radikalität zu erklären:
dein fotoapparat filtert -also bearbeitet- bilder ja auch schon. die eigene filterung erlaubt einem dann die farbfilterung SELBER in die hand zu nehmen. man drückt also nicht nur auf den knopf, sondern bestimmt das gesamte bild.

wen jetzt zeug ins bild eingefügt oder weggestempelt werden ist das wieder eine neue diskussion.

aber was fie filterung (farben, helligkeit und kontrast) angeht darf man doch wohl arbeiten wie früher auf dem negativ! und damals wurde genau das gemacht. du hast das nur nciht mitgekriegt weil das im labor passiert ist bei dem du deinen film abgegeben hast ;)

Dana
30.08.07, 14:30
*lach* isch habb des nur net mitgekriegt^^

Ja, ich wollte jetzt auch nicht NUR auf diese kleinen Bearbeitungen hinaus, sondern halt auch auf größere.
Bis wann ist ein Foto noch ein originales Foto...und wo hört es dann doch auf? Nur so als Beispiel.

Wie weit darf ein Fotograf sehen?
Wie weit ist eine Selbstverwirklichung noch ok und wo beginnt eine Verfälschung, die nicht mehr ok ist?

Dass ich bearbeiten soll, war nur der Auslöser dieser Gedanken.

werner a
30.08.07, 15:01
Ich denke, dass dies eine Frage ist, so man pauschal nicht beantworten kann. Es kommt dabei meiner Meinung nach auf sehr viele Dinge an, die abhängig vom Zweck, sehr unterschiedlich sein können.

Einige Beispiele (wohl aus der Werbebranche) sind hier zu finden:
http://glennferon.com/portfolio1/index.html
http://www.digitalretouch.org/portrait_gallery.html

Als Beispiel von mir sei mal angefügt:

Original (out of the box): Bearbeitet:

swensing
30.08.07, 15:40
warum ist Verfälschung nicht ok ? Es ist ein Unterschied, ob ein Bild einen dokumentarischen/nachrichtlichen Charakter hat, oder ob es dem Fotografen um die Erzeugung einer bestimmten Bildwirkung geht, wie z.B. bei Werners Beispiel. Störende Details kann man entfernen, oder man läßt es eben sein. Es gibt kein Richtig und kein Falsch, sondern nur unterschiedliche Geschmäcker. Hier im Forum werden oft überarbeitete Versionen eines Bildes eingestellt, dann geht es aber meistens darum zu zeigen, wie das Foto gewirkt hätte, wenn man bei der Aufnahme z.B. einen etwas anderen Blickwinkel gewählt hätte.

Stefan

fred-art
30.08.07, 17:37
Grundsätzlich verwendet man ja auch bereits beim Fotografieren Hilfsmittel, um ein Bild zu verfälschen.
Alleine schon die Brennweite verändert u.. das natürliche Abbild.
Und auch zu analogen Zeiten wurde in der Dunkelkammer viel getrickst. z.B. kann man mit der Härte des Fotopaiers das Aussehen des Fotos verändern, und Nachbelichten, abwedeln, nachcolorieren, crossentwickeln ... ein kleiner Einblick, was man auch schon zu analogen Zeiten gemacht hat.

Jeder sollte hier seinen eigenen Stil finden, wie er seine Bildidee dem Betrachter vermittelt. Ein Bild 'out of the box' zu verwenden sollte ebenso ok sein, als eine extreme Bearbeitung.
Und weil die Geschmäcker verschieden sind, wird sowohl das eine als auch das andere Extrem nicht jeden Betrachter gleich gut gefallen, ebenso die ganze Bandbreite zwischendrin.

Ich persönlich mag die von Dir genannte extreme Verfremdung von Personen auch nicht. Letztendlich gibt es jedoch einen Grund, weshalb diese trotzdem gemacht wird: Wir sehen in der Regel nur das Endresultat, nicht die Ausgangsbasis. Und das Endresultat wird z.B. in der Werbung eben so hingebogen, wie es von den Meinungsforschern als optimal ermittelt wurde.
Und wenn die Natur das gerade nicht zur Verfügung hat, wird eben nachgeholfen.
Ein ganz krasses Beispiel habe ich im Netz gefunden, wobei es hier wohl weniger um das Resultat, sondern um die Demonstration der Möglichkeiten der EBV geht: http://www.break.com/index/the-power-of-photoshop.html

Ich für mich wende den hier gezeigten Verflüssigen-Filter ebensowenig an, wie diverse Weichzeichner, die die Haut oft ähnlich einer Barbie-Puppe aussehen lässt. Aber das ist mein persönlicher Geschmack und wird sicherlich auch nicht jedem gefallen.

Fred

werner a
30.08.07, 17:53
Ergänzend möchte ich noch ein Beispiel für das Nachbearbeiten nennen: Die Korrektur von stürzenden Linien (wie zB. bei Deinem Foto von >Notre Dame< ). Die stürzenden Linien lassen sich bei der Aufnahme selbst nur durch teuere Tilt-/Shift-Objektive verhindern bzw minimieren. Eine andere Möglichkeit ist eben die Nachbearbeitung am PC. In angehängten Bild habe ich mal versucht, den Unterschied zu zeigen. Links die Version ohne Korrentur der stürzenden Linien, recht die korrigierte Fassung:

Dana
30.08.07, 18:16
Ich habe ja nie gesagt, dass ich Bearbeitung nicht ok finde. Ich habe mir nur einfach mal Gedanken gemacht, als es hieß: Bearbeite doch mal...das ist alles. Einfach nur Gedanken. =)

Und ich hab für mich überlegt, wo für es für mich aufhört.

ZB das Beispiel von der Dame da oben. WO ist da noch was echt?? Da kann man das Bild gleich selbst malen oder sich jemand anderes nehmen. Das ist für mich ZU viel des Guten. Wenn man Hintergründe verwischt oder einem Foto seine persönliche Note aufsetzt, ist das meist sogar SCHÖN. Gut, manchmal nicht. Aber oft. Wie das von werner da. Das ist ja eine Hilfe, die gut passt. Doch so eine Art der Verfälschung wie da oben....böse.

MarcGerard
30.08.07, 19:11
hier noch beispiele von mir:
http://web.mac.com/marcgerard/iWeb/Site/Digital.html

Lothar Franz
30.08.07, 19:22
Meine unmaßgebliche Meinung:

Jeder muss selbst wissen was er tut und tun will, mit
seinen Bildern, um seine selbst gesteckten Ziele zu erreichen.
Wer kann wirklich anderen vorschreiben, was er/sie als gut oder
schlecht zu empfinden hat?

Würde ein Beethoven oder Mozart heute leben, sie würden sicherlich
auch moderne Metoden der Komposition und Klangtechnik erproben.
Und die meisten alten Fotokünstler würden sich bestimmt über die
heutigen Möglichleiten der Digitaltechnik gefreut haben.

Jeder der kreativ sein will, muss probieren, testen, versuchen,
verwerfen, anders versuchen und ... und ... und.

Eine andere Frage ist, wie lange eine Arbeit noch als Fotoarbeit
gelten kann und wann die Verfremdung überwiegt. Aber seien wir
mal ehrlich, muss alles klassifiziert werden?

Man kann ja sagen, das spricht mich nicht an. Und über eine
höfliche Missfallensäußerung kan doch niemand ernsthaft böse sein.

Dana
30.08.07, 19:24
Ja, siehste, aber das ist ja so bearbeitet, dass es KUNST ist.

Da SIEHT man ja, bzw du WILLST ja, dass man sieht, dass es bearbeitet ist. (Sind übrigens einige dabei, die ich genial finde, zB das mit dem Glasschwan)

Was ich meine sind eher so die Mogeleien...also Bearbeitungen, die aus einem mittelmäßigen Foto versuchen mit Computertechnik was GANZ TOLLES zu schinden...

Lothar Franz
30.08.07, 19:40
... Ich habe mir nur einfach mal Gedanken gemacht, als es hieß: Bearbeite doch mal...das ist alles. Einfach nur Gedanken. =)

Und ich hab für mich überlegt, wo für es für mich aufhört.


Warum überlegst du, wo es für dich aufhört?

Warum willst du dir heute Schranken und Selbstzwänge selbst
auferlegen, die dich evtl. bei einer kreativen Phase behindern könnten?

Lass es auf dich zukommen und lass es auf dich wirken. Dann wirst du
schon merken, ob es in deinen Augen gut ist oder nicht. Dann ist es
früh genug, zu entscheiden, wie weit du es treiben willst, mit der EBV.

Wichtig ist nur, immer schön die Schritte abspeichern und dann mit
einer Kopie weiterarbeiten. Dann kannst du immer noch auf den
letzten guten Stand zurück greifen, wenn du dich mal vergaloppiert
hast. Und wer, seien wir ehrlich, verrennt sich nicht schon mal in einen
Irrweg. Wichtig ist doch nur, dass mann es merkt oder

dass einer einen freundlich darauf hinweist. :D

Dana
30.08.07, 19:50
Jaaa, klar, Herr Franz! :)

Ich scheine mich dumm auszudrücken...hm...

Ich habe halt für mich überlegt, dass ich zB keine pummeligen Frauen in Hungerhaken verwandeln würde, weil ich mir dann ein anderes Modell holen könnte...das ist ja keine GRENZE in dem Sinn...das ist einfach etwas, was ich nicht will und wo die Fotobearbeitung meiner Meinung nach keine BEARBEITUNG mehr ist, sondern mehr NEUGESTALTUNG...

Verstehste?

werner a
30.08.07, 19:59
Dana, Deine Anmerkungen zur Bildbearbeitung sind ähnlicher natur wie meine gedanken zu meinen analogen Fotozeiten:

Das was auf dem Bild drauf ist, ist ok - sonst fliegt das Bild raus.

Dann schaffte ich mir meine Digitale an und ahtte nun folgendes Problem:
Im Lieferumfang meiner Kamera war von Adobe das Programm "Photoshop Elements 2" dabei ... ein Bildbearbeitungsprogramm !!!!! und ich hatte NULL Ahnung von sowas .... aber ewas macht man(n) ?? Er installiert das Programm und fängt an, es auszuprobieren ... mit Hilfe eines dazu passenden Buches... zuerst nur mit Kontrast und Tonwert, dann lernte ich den Punkt "unscharf maskieren" kennen.... und was sehe ich ? Das ist ja "noch was drin" in meinen Bildern ... Naja.. lange Rede kurzer Sinn... auch heute lerne ich noch Funktionen kennen oder andere besser zu nutzen ... und ich glaube, dass das so bleibt bis ich irgendwann mal den Löffel abgebe .... Learning by doing ... und vor allem: man kann so schön experimentieren .....

Herzliche Grüße
Werner

ach ja ... wetten, dass es Dir irgendwann nicht anders geht ??
Wer ist anderer Meinung ??

Dana
30.08.07, 20:14
*grins* Goldig...^^

Ihr müsst nicht wetten, weil ihr ja offene Türen einrennt!
Ich hatte mich mit normaler Bearbeitung noch nicht beschäftigt, aber interessiere mich schon dafür. Ich werde es auf jeden Fall ausprobieren und herumbasteln.

Was ich halt NICHT mache, sind Bilder komplett zu VERFÄLSCHEN. Wie da oben in dem Video zu sehen. Das ist doch lächerlich sowas...entweder ich will ne Dicke oder ne Schlanke. Fertig.

Ich renne doch auch nicht in den Zoo, fotografiere ne Giraffe und mache dann nen Puma draus...

werner a
30.08.07, 20:16
Ich renne doch auch nicht in den Zoo, fotografiere ne Giraffe und mache dann nen Puma draus...



Wenn Du das schaffst gebe ich einen aus .....;D;D

André
30.08.07, 20:37
Was ich halt NICHT mache, sind Bilder komplett zu VERFÄLSCHEN. Wie da oben in dem Video zu sehen. Das ist doch lächerlich sowas...entweder ich will ne Dicke oder ne Schlanke. Fertig.

Da wird dir kein professioneller Fotograf widersprechen ;). Das Video zeigt halt nur, was möglich WÄRE ... Im Feldeinsatz werden dann halt "nur" Grübchen entfernt oder Falten wegretuschiert... Kleine Unzulänglichkeiten halt, die man auf dem Cover von Zeitschriften nicht sehen soll und die die Modells selbst vllt gar nicht sooo gerne an sich sehen. :D

@ Topic: Ich habe noch nicht bearbeitet, vllt auch, weil ich mich noch nicht damit beschäftigt habe... Mache von einem Motiv grundsätzlich auch nie nur eine Aufnahme, sondern meist drei oder vier, und picke mir dann einfach die beste Aufnahme heraus.
Es gab aber schon Momente, wo ich mir gedacht hab, dass jetzt keine meinen Erwartungen entsprach ... Aber ich kenn mich halt nicht aus. ;)

Sylvi
30.08.07, 20:44
Oh, ich scheine mal wieder die Bummelletzte zu sein.

Es wurde ja auch schon alles gesagt.

Viele sagen zu Anfang - nein an meinen Bildern wird nichts gemacht, es ist schließlich das, was ich gesehen habe.

Und genau hier irrt der werte Fotograf.
Die Kamera sieht ganz anders als das menschliche Auge und deshalb muß man leicht korrigieren.

Und sich Grenzen setzen?
Ich denke jeder der schon länger fotografiert, hat mal eine Phase an der heftigst an den Bildern geschraubt wird.
Meistens geht dieser Anfall vorbei, manchmal auch nicht ;)
Wie auch immer. Erlaubt ist, was gefällt.

Uwe Hennig
30.08.07, 21:22
... schließe mich da auch Sylvis Ausführungen an:
Das Gefühl, "so jetzt hab ich das, wie ich es mir vorgestellt habe", ist entscheidend.

Dana
30.08.07, 23:07
Ich danke euch schon mal für eure Ausführungen...ganz zufrieden bin ich noch nicht, weil ihr anscheinend denkt, ich will GEGEN das Bearbeiten sprechen. Das ist gar nicht der Fall. Ich spreche lediglich gegen ZU VIEL.

zB:

Wir abonnieren die TV-Spielfilm. Darauf immer die steilsten Puppen der Filmindustrie, Models etcpp. Inzwischen sind da nicht nur Falten weg und Pölsterchen fort, sondern auch die Haut schillernder, die Lippen größer, die Augenfarbe intensiver...
Im Grunde ist jegliche Natürlichkeit weg...ich habe immer den Eindruck, dass eine Plastiklegierung auf die Haut gebrannt wurde und die sich hinterher nicht mehr bewegen können und ins Archiv gestellt werden, wo sie noch Jahrhunderte schön aussehen...kein Wunder, dass es immer mehr Laiendarsteller gibt...das sind die einzigen, die übrig bleiben! O.o

Es ist im Prinzip wie bei Menschen, die zu stark geschminkt sind. Eine Tonne Makeup killt ebenfalls jede Natürlichkeit des Gesichts...ebenso wie zu starke Retusche.

MarcGerard
31.08.07, 00:07
gut gebrüllt, löwe!

Sylvi
31.08.07, 06:02
Ich spreche lediglich gegen ZU VIEL.


Doch ich denke, wir haben dich schon richtig verstanden.
Nur wo ist die Grenze zu "Zuviel"?
Jeder empfindet doch anders.

Das ist eine Diskussion, die man endlos feühren könnte.

Claus Köppinger
31.08.07, 08:32
Ich hätt´da auch noch ´nen hübschen Link:

http://www.neatorama.com/2006/10/15/real-beauty/

LG Claus

fred-art
31.08.07, 10:51
Wir abonnieren die TV-Spielfilm. Darauf immer die steilsten Puppen der Filmindustrie, Models etcpp. Inzwischen sind da nicht nur Falten weg und Pölsterchen fort, sondern auch die Haut schillernder, die Lippen größer, die Augenfarbe intensiver...
Im Grunde ist jegliche Natürlichkeit weg...ich habe immer den Eindruck, dass eine Plastiklegierung auf die Haut gebrannt wurde und die sich hinterher nicht mehr bewegen können und ins Archiv gestellt werden, wo sie noch Jahrhunderte schön aussehen...

Das ist genau das, was ich mit meinem Beitrag offenlegen wollte.
Eben diese extreme Verfremdung, wo auch Körpermerkmale wie Auge Mund und Nase verändert werden, einen ganz neuen Menschen schaffen.
Während das von mir verlinket Video lediglich demonstrieren soll, was mit Photoshop alles möglich WÄRE, greift hier ein ganz anderer Aspekt: Es ist egal, wer das ist, vorne auf Deiner Zeitung. Die Person muß einem Idealbild entsprechen und weil es wohl kaum jemanden gibt, der diesem entspricht, deshalb wird halt einer dazu gemacht.
Das Schlimme daran: Wir alle, also die Gesellschaft an sich, legen dieses Idealbild fest. Was da auf Deiner Zeitung zu sehen ist, ist nämlich das Ergebnis vieler Meinungsumfragen, in denen 'wir' gefragt werden, was uns besser gefällt - Bild a oder Bild b. Was bei so einer Befragung eher subtil wirkt, wird jedoch letztendlich zu einem 'Ideal' was kaum jemand erreichen kann. Trotzdem scheinen wird diesem Ideal hinterher zu hinken. Oder wie lässt es sich sonst erklären, das Models wie z.B. eine Claudia Schiffer, die mit ihren Maßen in etwa 4% der weiblichen Bevölkerung vertritt, in einem Modekatalog die Mode anpreist, die letztendlich die anderen 96% anziehen sollen?

Aber .. ich denke, wir müssen uns an diesen Titelblättern nicht festmachen, wir sind ja nicht gezwungen, dem nachzueifern.

Der Aussage von Sylvi:
Die Kamera sieht ganz anders als das menschliche Auge und deshalb muß man leicht korrigieren.
stimme ich deshalb nicht zu.

Man muß nicht korrigieren, man kann.
Es wird wohl auch niemand den Radiergummi ansetzen um die Zeichnung eines Malers zu verändern, nur weil sie nicht exakt der Vorlage entspricht.

Ich halte es für mich so, dass ich nicht alle, aber doch die meisten Bilder etwas nachbearbeite, so viel wie nötig, und so wenig wie möglich.
Oder ich dreh halt ordendlich dran, aber nicht an der abgebildeten Person, sondern eher an der Präsentation des Fotos, indem ich es z.B. versuche digital zu altern.

Fred

Dana
31.08.07, 10:53
@Claus: Jo, siehste.

Das kannte ich auch schon. Da ist von dem Mädel von vorher nicht wirklich was übrig, finde ich.
Sie wurde nicht nur schöner gemacht, sie wurde komplett verändert.

Ich finde das schade...

@fred:

Ja, ich finde das auch sehr bedenklich, zumal es der Welt doch ein total falsches Bild abliefert...und vor allem den Jugendlichen! SO SCHÖN will ich auch sein...ja toll.

Und RICHTIG, wir müssen uns da ja nicht anschließen. Und ich werde das auch nie.

micha
31.08.07, 12:58
Der Aussage von Sylvi:
Die Kamera sieht ganz anders als das menschliche Auge und deshalb muß man leicht korrigieren.
stimme ich deshalb nicht zu.

Man muß nicht korrigieren, man kann.
Ich schätze, Sylvia meint vorallem die technischen Unzulänglichkeiten der Kamera. Die Farbstiche, die sie produziert oder eben Tonnenverzerrung.

Für mich ist Bildbearbeitung das Mittel zum Zweck. Ich versuche mit EBV das aufgenommene Bild so zu bearbeiten, dass es dem meiner Erinnerung entspricht oder so, dass es das aussagt, was ich möchte. Letzlich geht es darum, dass ein Bild mir gefällt, aber ich mache mich nicht frei davon, dass es trotzdem noch verbessert werden könnte. ;)

fred-art
31.08.07, 14:28
Nun ja, die Farbstiche kann man auch schon vorher minimieren, z.B. mit der Auswahl des richtigen Filmes im analogen Bereich oder durch die Einstellung der Farbtemperatur bei der Digitalkamera (Stichwort Weißabgleich, bzw. Graukarte). Seit ich weiß was das ist und wie man damit umgeht muß ich da nur mehr selten nachkorrigieren.
Verzerrungen sind i.d.R. Objektivbedingt und lassen sich mit dem richtigen Objektiv vermeiden. Wobei ich jetzt natürlich weiß, dass nicht jeder mit ner stattlichen Auswahl an Objektiven ausgestattet ist. Bei mir hat sich in den 28 Jahren Reisefotografie einiges angesammelt, und weil ich immer die gleiche Kameraserie genutzt habe, sind die Objektive untereinander austauschbar.
Ein Tilt-Shift-Objektiv habe ich nicht in der Sammlung. Deshalb korrigiere ich z.B. stürzende Linien per EBV oder binde diese in die Bildaussage mit ein, so wie es die Altvorderen ohne EBV-Möglichkeiten auch getan haben.

Letztendlich denke ich zu wissen, wie Sylvi es gemeint hat, nur dieses 'Man muß korrigieren', dass stellt sich für mich wie ein Grundgesetz der Fotografie dar, und ist ebenso falsch wie die Aussage: Perfekte Bilder kommen ausschließlich aus der Kamera.
Ein gut fotografiertes Bild kann durch Nachbearbeitung m.E. evtl. noch verbessert oder auch verschlechtert werden - Ebenso gut kann es aber auch out-of-the box gezeigt werden.
Ein schlechtes Bild wird auch mit noch so viel EBV nur selten zu einem guten (meine unmaßgebliche Meinung), und das ist wohl auch der Kernsatz, den Dana mit ihrem Thread hier ansprechen wollte.

Die 'Wahrheit' liegt wohl auch hier im Auge des Betrachters ;-)

Fred

Sylvi
01.09.07, 17:44
Letztendlich denke ich zu wissen, wie Sylvi es gemeint hat, nur dieses 'Man muß korrigieren', dass stellt sich für mich wie ein Grundgesetz der Fotografie dar,

Ok, ein wenig ungenau ausgedrückt.
Ich meinte natürlich nur die technische Seite, die die Kamera einfach nicht schaffen kann.


Ein gut fotografiertes Bild kann durch Nachbearbeitung m.E. evtl. noch verbessert oder auch verschlechtert werden - Ebenso gut kann es aber auch out-of-the box gezeigt werden.
Ein schlechtes Bild wird auch mit noch so viel EBV nur selten zu einem guten (meine unmaßgebliche Meinung), und das ist wohl auch der Kernsatz, den Dana mit ihrem Thread hier ansprechen wollte.

Da sind wir der gleichen Meinung ;)

Dana
01.09.07, 18:47
Ja, das ist ein Kernsatz. Richtig.

Der andere ist, dass man, wenn man ein Motiv braucht, nicht einfach jemanden oder etwas greift (man kann es danach ja durch den EBV-Fleischwolf drehen), sondern das Foto an sich schon das Kunstwerk darstellen sollte, welches dann vielleicht etwas verfeinert wird. Und dass man dessen Natürlichkeit behält.

Wer braucht schon Plastikpuppen auf Covers...

Oder Giraffen als Pumas... ;) ;D