PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Was ist denn nun Makro-Fotografie?


Lothar Franz
05.11.08, 18:53
Wie eng muss man die Grenzen setzen?
Ist der Abbildungsmaßstab entscheidend?

http://de.wikipedia.org/wiki/Makrofotografie

Mein Objektiv 24-105 hat, habe ich überraschend gesehen, 8-)
auch einen Nahbereich, der als Makro gekennzeichnet ist.

Die stärkste Vergrößerung wird im Begleitheft mit 0,23 x
angegeben, also nur rund 1/4 der Realität. Das bezieht sich,
wenn ich nicht völlig daneben liege, auf die Abbildung auf
dem Bildsensor. Wird durch die größere Bildausgabe (am Monitor)
dennoch ein (echtes) Makro daraus?

Ich gestehe zu meiner Schande, dass mir dieser Bereich
meines Objektivs bisher nicht interessiert hat (und mir daher
auch nicht so wirklich bewusst war).

WolfgangF
05.11.08, 19:34
Wie eng muss man die Grenzen setzen?
Ist der Abbildungsmaßstab entscheidend?

http://de.wikipedia.org/wiki/Makrofotografie

Mein Objektiv 24-105 hat, habe ich überraschend gesehen, 8-)
auch einen Nahbereich, der als Makro gekennzeichnet ist.


Für mich ist ein Makroobjektiv eine Festbrennweite mit der ein Abbildungsmaßstab von bis zu 1:1 möglich ist.
Neuerdings wird jetzt aber jedes 2. Objektiv mit dem Zusatz "Makro" versehen und ist meiner Meinung nach ein reines Verkaufsargument.
Das Problem ist, dass es nicht exakt definiert ist. Aber wie gesagt, mind. 1:1 ist für mich Makro.

LadyW
05.11.08, 20:46
Da stimme ich Wolfgang zu.
Viele Zoom-Objektive verfügen über den Zusatz "Makro", bieten aber dennoch keine 1:1 Abbildung.
Abgesehen davon ist diese "Makro-Beigabe" qualitätsmäßig nur sehr selten mit einem "echten" Makro-Objektiv (Festbrennweite) vergleichbar.

Im Makro-Forum gibt es dazu folgende (auch eher annäherungsweise zu verstehende) Definition:


Der Bereich der Makrofotografie definiert sich in Abbildungsmaßstäben von 1:10 bis 10:1, bezogen auf das Kleinbildformat. Ein Makroobjektiv hat den größten Abbildungsbereich von 1:1. Wir möchten diese abstrakte Definition ergänzen um ein anschauliches Bild. In der Regel wird das abgelichtete Gesamtmotiv selten größer als eine kleine Postkarte sein. Manchmal wird es noch bis Größe DIN A4 reichen.

dellbrueker
05.11.08, 21:25
Was ist ein Makro- Objektiv? Eine schwere Frage, denn es gibt wohl keine echte Definition. 1:1 ist sicherlich ein Makro, ich kenne aber auch Definitionen, die ein 1:2 ebenfalls noch als ein ECHTES Makro bezeichen. Ein Beispiel: http://de.wikipedia.org/wiki/Makro-Objektiv
Dann der Crop- Faktor: Ein 50mm Makro mit 1:2 im fourthird-System entspricht der Wirkung eines 100mm Makros mit Abbildungsmaßstab 1:1 im KB-Bereich.
Alles nicht ganz einfach, zumal viele Objektive aus Marketinggründen, wie schon erwähnt, "Makro" heißen und nur 1:3 oder weniger leisten.

Wilfried
06.11.08, 08:48
Hallo zusammen,

ich melde mich auch mal wieder zu Wort...
Vergessen wurde bei der Aufzählung der Definitionen eines Makros bisher die nach meiner Meinung entscheidende Tatsache, dass Makroobjektive (unabhängig davon, welcher Abbildungsmaßstab damit erreicht wird) für den Nahbereich gerechnet sind. In diesem Bereich also die beste Abbildungsqualität erreiche. Alle anderen Objektive werden für die Entfernung "Unendlich" optimiert.

Gruß

Wilfried

dellbrueker
06.11.08, 09:02
Danke für den Hinweis Wilfried. Das stimmt natürlich und ist wohl auch an einer anderen Formgebung der Oberfläche in der Optik zu erkennen.

digiwolf
06.11.08, 18:59
Leider gibt es keine bindende Definition des Begriffs "Makro".
Allgemein wird unter den Experten ein Mindest-Abbildungsverhältnis von 1:1 genannt.
Bei Cropkameras mit z.B. Cropfaktor 1,6 kommt dieser noch hinzu. D.h., es ergibt sich somit ein Abbildungsverhältnis von beachtlichen 1,6 : 1.
Tatsächlich sind originale Makroobjektive - wie Wilfrid schon schrieb - auf den Nahbereich optimiert, was aber nicht bedeuten muß, das der Unendlichbereich schlecht wäre.
Mein Canon EF 100/2,8 zeigt bei allen Entfernungseinstellungen eine hervorragende Abbildungsleistung, sowohl bei FF als auch beim Crop.

WolfgangF
06.11.08, 20:12
Hallo zusammen,

ich melde mich auch mal wieder zu Wort...
Vergessen wurde bei der Aufzählung der Definitionen eines Makros bisher die nach meiner Meinung entscheidende Tatsache, dass Makroobjektive (unabhängig davon, welcher Abbildungsmaßstab damit erreicht wird) für den Nahbereich gerechnet sind. In diesem Bereich also die beste Abbildungsqualität erreiche. Alle anderen Objektive werden für die Entfernung "Unendlich" optimiert.

Gruß

Wilfried


Mein Canon EF 100/2,8 zeigt bei allen Entfernungseinstellungen eine hervorragende Abbildungsleistung, sowohl bei FF als auch beim Crop.


Dasselbe gilt auch für mein AF-S VR 2.8/105MM MICRO-NIKKOR G IF-ED
Es wird von vielen Profis (meines Wissens auch von Klaus Mangold) als Porträt-Linse eingesetzt und zeigt auch bei der Unendlich-Einstellung keine Schwächen.

Wilfried
07.11.08, 08:35
Dasselbe gilt auch für mein AF-S VR 2.8/105MM MICRO-NIKKOR G IF-ED
Es wird von vielen Profis (meines Wissens auch von Klaus Mangold) als Porträt-Linse eingesetzt und zeigt auch bei der Unendlich-Einstellung keine Schwächen.


...das meine ich auch nicht. Ich hatte zu meiner Analogzeit ein 90 mm Sigmar Makro, das "nur" einen max. Maßstab von 1:2 bot. Dennoch wird niemand bezweifeln, dass es sich um ein echtes Makro handelte. Es war ein hervorragendes Porträt-Objektiv und natürlich bis "Unendlich" scharf.

Was ich mit meiner vorigen Antwort sagen wollte ist folgendes: Ein Objektiv ist dann ein Makroobjektiv, wenn es vom Hersteller für diesen Zweck entworfen, gerechnet, gebaut und (häufig für viel Geld) verkauft wird. Mit z.B. 90 mm deckt es natürlich auch einen leichten Telebereich ab, ist aber trotzdem kein Teleobjektiv sondern ein Makro.
Amen!

Gruß

dellbrueker
07.11.08, 09:08
Genau so hatte ich dich auch verstanden!
...und deine Ausführung ist auch sicherlich richtig.