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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hardware Wissenswertes (?) zum Thema Blende


Tom
29.03.10, 07:48
http://www.digitalkamera.de/Fototipp/Die_Bedeutung_der_kleinbildaequivalenten_Blende/6396.aspx

KlausMangold
29.03.10, 19:34
Das stimmt so weit schon, was da steht. Ich meine aber, man kann es viel einfacher betrachten: Die Schärfentiefe hängt immer nur von Blende und Brennweite ab, ist also eine Kenngröße des Objektivs. Ich hatte früher zu Analog-Zeiten auch mal ein Objektiv, das an der 6x6 Kamera und an der Kleinbildkamera verwendbar war. Die Schärfentiefe hat sich dadurch nicht geändert, sondern nur der Bildwinkel, den es erfasst hat.

Absoluter Unsinn ist natürlich die Angabe, die man oft auf digitalen Kompakten findet: Dort wird die "umgerechnete" Brennweite bezogen auf Kleinbild angegeben und nicht die tatsächliche. Aus diesem rein künstlichen Wert dar f man natürlich nicht auf die Schärfentiefe schließen!

wutzel
29.03.10, 19:44
immer[/B] nur von Blende und Brennweite ab, ist also eine Kenngröße des Objektivs.

Ergänzend dazu auch der Abbildungsmaßstab denn eigentlich ist doch die Brennweite (es hat sich nur eben so eingebürgert) irrelevant, sprich egal ob näher dran mit 50mm oder weiter weg mit 300mm sollte bei gleicher Blende und selben Abbildungsmaßstab auch die Tiefenschärfe gleich sein. Oder habe ich da einen Denkfehler ?

KlausMangold
29.03.10, 19:53
Ach du liebe Zeit, jetzt muss man auch noch nachdenken!

Was meinst du genau mit Abbildungsmaßstab hier? Ich hab nicht ganz verstanden, was du genau vergleichen möchtest.

wutzel
29.03.10, 20:09
Was meinst du genau mit Abbildungsmaßstab hier? Ich hab nicht ganz verstanden, was du genau vergleichen möchtest.

Einfach wenn ich z.B. mit einer KB.Kamera näher an das Objekt gehe als ich z.B mit dem 1.5er Crop, wenn das Objekt gleichgroß abgebildet wird ist auch die Tiefenschärfe gleich.

KlausMangold
29.03.10, 21:34
Ganz so einfach wird man das wohl nicht sehen können, denn man fotografiert ja nicht irgendein "Objekt" im frei schwebenden Raum, sondern es gibt einen Vordergrund und einen Hintergrund. Das Verhältnis dazu ist deutlich anders. Und das hat mit der Schärfetiefe zu tun.

wutzel
29.03.10, 21:45
Ganz so einfach wird man das wohl nicht sehen können, denn man fotografiert ja nicht irgendein "Objekt" im frei schwebenden Raum, sondern es gibt einen Vordergrund und einen Hintergrund. Das Verhältnis dazu ist deutlich anders. Und das hat mit der Schärfetiefe zu tun.

Um zu verdeutlichen was ich meine.
http://de.wikipedia.org/wiki/Schärfentiefe#Faktoren_zur_Beeinflussung_der_Sch.C 3.A4rfentiefe

KlausMangold
29.03.10, 22:00
Und dort hast du auch schon die deutliche Einschränkung genannt:

"Diese Regel gilt, wenn in beiden Fällen die gleiche Blende verwendet wird und wenn die Entfernung zum Motiv bei der kurzen Brennweite kleiner als etwa ein Viertel der hyperfokalen Entfernung ist."

Das heißt, dass du mit der kurzen Brennweite umso näher am Gegenstand dran sein musst, je weiter du abblendest - und 1/4 heißt schon ziemlich nah!

Lothar Franz
30.03.10, 08:30
Die Tiefenschärfe besagt ja, wie weit vom wirklichen Scharfpunkt die noch als
scharf wahrgenommene Abbildung in den Vorderund und Hintergrund hinein ragt.

Ich habe zur gestellten Frage mal ein Grafik gebastelt. (Blick von oben auf das Geschehen)

Fotografiert werden soll ein Objekt (1) mit einer Breite von 2m in einem Bildfenster von 4m, also 1/2 der Bildbreite.

Bei einer Brennweite von 50 mm (rot dargestellt) = Bildwinkel rd. 40° horizontal,
ergibt sich ein Aufnahmeabstand von 5,5 m zu Obekekt (1)
Bei Blende 8 liegt der Tiefenschärfebereich zwischen rd. 3,5 m und 13 m Entfernung.
Tiefenschärfezone rd. 9,5 m tief.

Bei einer Brennweite von 200 mm (blau dargestellt) = Bildwinkel rd. 10° horizontal,
ergibt sich ein Aufnahmeabstand von 22,85 m zu Obekekt (1)
Bei Blende 8 liegt der Tiefenschärfebereich zwischen rd. 19,9 m und 26,9 m Entfernung.
Tiefenschärfezone rd. 7 m tief.

Die Tiefenschärfenzonen sind also deutlich unterschiedlich.

Bei einer Staffelung von mehreren Objekten (um 0,8 m seitlich versetzt und jeweils +1 m mehr Abstand)
ergibt sich:
- bei 50 mm = 8 Objekte in der Tiefenschärfezone
- bei 200 mm = 5 Objekte in der Tiefenschärfezone


.

KlausMangold
30.03.10, 14:13
Nach dem, was ich inzwischen an wirklich unglaublichen Fähigkeiten beim neuen Photoshop gesehen hab (kommt am 12.4. raus), wird es mich auch nicht mehr wirklich wundern, wenn man bald die Tiefenschärfe nachträglich im Photoshop frei wählen kann eines Tages...

Lothar Franz
30.03.10, 15:33
Wohl nur unter der Voraussetzung, dass das Ausgangsmaterial genügend
Tiefenschärfe beinhaltet. Außerdem zweifle ich, dass eine Software von
sich aus erkennen kann, was im 2-Dimensionalen Bild wo in der Tiefe liegt.

KlausMangold
30.03.10, 15:51
Momentan stimme ich dir da noch zu. Aber ehrlich gesagt hätte ich sowas vor 2-3 Jahren auch noch nicht für möglich gehalten:

http://www.youtube.com/watch?v=X58evj9A8lg

werner a
30.03.10, 16:06
.... und irgendwann braucht man keine Kamera mehr sondern nur noch Photshop CS 15 oder so ...

Lothar Franz
30.03.10, 17:04
Dennoch muss man unterscheiden, was bei den gegenwärtigen Kenntnissen
über Physik und andere Naturwissenschaften möglich ist und was (jedenfalls
heute noch) ins Reich der utopischen Fantasien gehört. ;)

werner a
30.03.10, 17:08
Dennoch muss man unterscheiden, was bei den gegenwärtigen Kenntnissen
über Physik und andere Naturwissenschaften möglich ist und was (jedenfalls
heute noch) ins Reich der utopischen Fantasien gehört. ;)


Lothar, allzu erst sollte man meinen Beitrag weiter oben ja auch nicht nehmen .... aber Orwells >1984> sah man auch lange als Utopie an ...

KlausMangold
30.03.10, 17:40
Dennoch muss man unterscheiden, was bei den gegenwärtigen Kenntnissen
über Physik und andere Naturwissenschaften möglich ist und was (jedenfalls
heute noch) ins Reich der utopischen Fantasien gehört. ;)

Das schon. Man sollte aber auch nicht übersehen, dass die Entwicklung ja auf allen Ebenen gleichzeitig voran schreitet. Vor allem für Makrofotografie gedacht gibt es ja heute schon eine genz interessante Technik, mit der man so gut wie unbegrenzte Tiefenschärfe hinkriegt. Man macht nicht eine einelne Aufnahme, sondern eine ganze Reihe, jede um ein bisschen weiter gedrehte Schärfe. Das füttert man dann in eine Software rein (Name hab ich vergessen), und die Software verrechnet diese vielen Schichten übereinander so, dasss sie aus jeder Schicht nur die scharfen Partien nimmt. Das funktioniert tadellos.

So, und jetzt wart mal noch ein bisschen, und dann sind die Kameras so schnell, dass man 20 Aufnahmen in 1/4 Sekunde durch ziehen kann. Dann braucht man nicht mal mehr ein Stativ. Das halte ich durchaus für realistisch.

ViewPix
30.03.10, 17:51
...Das füttert man dann in eine Software rein (Name hab ich vergessen), und die Software verrechnet diese vielen Schichten übereinander so, dasss sie aus jeder Schicht nur die scharfen Partien nimmt.

Vermutlich meinst Du Helicon Focus (http://www.heliconsoft.com/heliconfocus.html)