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ViewPix 12.10.17 19:40

Exposure to the left
 
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Durch einen Artikel eines anderen Fotografen, bin ich auf eine neue Aufnahmetechnik aufmerksam geworden. Hierbei richtet man die Belichtung beim Fotografieren auf die hellen Bereiche eines Bildes aus. Das heißt man Belichtet z.B. Den Himmel ausgewogen, dadurch wird der Rest des Bildes sehr dunkel. Dies gleicht man dann in der Bildbearbeitung aus. Natürlich muss man für diese Vorgehensweise am allerbesten in RAW fotografieren um dann in der Bildbearbeitung die vollen Reserven zu haben.

Ich hänge hier mal 2 Bilder dran, einmal das JPG out of Cam, welches dann logischerweise total abgesoffen ist und das aus dem bearbeiteten RAW generierte Bild, bei dem die dunklen Bereiche aufgehellt wurden.

kschachts 12.10.17 21:10

AW: Exposure to the left
 
Im Low-ISO-Bereich ist das eine prima Idee. Das Unterbelichten und aufziehen in der EBV ist ja nichts wirklich Neues. Im Mid- und High-ISO-Bereich kämpft man dann aber mit heftigem Rauschen in den dunkleren ;Partien. Ist dann eher was für's VF.

Altländer 13.10.17 06:14

AW: Exposure to the left
 
Ich kenne zwar den Artikel nicht den du gelesen hast, aber HIER ist das ausführlich beschrieben und mit den IsoLess Sensoren von Fuji geht das nicht nur im Low Iso, sonder in jedem Bereich. Ist aber unter Fuji Usern ein "alter Hut".

Gruß Wolfgang

ViewPix 13.10.17 07:41

AW: Exposure to the left
 
Hallo Klaus und Wolfgang,

vielen Dank für Eure Antworten, ich finde das ein spannendes Thema!

Ich habe diesen Artikel auf Nachbelichtet.com gelesen: Warum ihr eure Kamera vermutlich falsch einsetzt

Bei Fuji soll es ja sogar noch mal ganz speziell sein mit der ISO Geschichte, ich habe das mal in etwa so mitbekommen, dass Fuji das Foto immer im Low-ISO Bereich macht, und intern den eingestellten ISO Wert simuliert, aber genau weiß ich es nicht, da ich auch noch nie eine Fuji Kamera hatte.

Okay nach dem lesen des Artikels war ich neugierig und auch etwas überrascht, dass durch das aufhellen der dunklen Bildbereiche gar kein gewaltiges neues Rauschen hinzu kommt. Andererseits ist die gewohnte Bearbeitung in Programmen wie Lightroom, na sagen wir mal anders.

Wenn man z.B. Preset Packs benutzt, wie VSCO oder CK14, dann muss man i.d.R. noch mehr ausgleichen, als man das so schon müsste, weil diese Presets ja auch schon Kontrast; Tiefen; Lichter; weiß; schwarz anfassen. Aber man kann es hinbekommen.

Vermutlich muss man eine Weile Probieren, mit ETTR; ETTL; korrekter ausgewogen Belichtung um für sich herauszufinden, welche Methode bei welchen Motiven gut passt.

Gruß Torsten

fred-art 13.10.17 11:13

AW: Exposure to the left
 
Eigentlich ist es ein Tipp aus den Anfängen der digitalen Fotografie mit der Spiegelreflex. Damals war das Ausfressen der Lichter noch ein echtes Problem, weshalb man empfahl, die Aufnahmen immer leicht unterzubelichten.


Fred

ViewPix 13.10.17 13:02

AW: Exposure to the left
 
Was ich mich in diesem Zusammenhang tatsächlich Frage, ist es vielleicht besser unter, als überzubelichten. Denn oft kann man den gesamten Dynamikumfang nicht in einem Bild erfassen und HDR ist auch nicht immer der Weisheit letzter Schluss. Manchmal ist es eben so, dass man auch heutzutage zu sehr ausgefressene Bildteile gar nicht mehr passend wiederherstellen kann. Dann ist es eventuell doch hilfreicher unterbelichtete Bildteile aufzuhellen.

Und: Meine Überlegung geht dahin, ein Unterbelichtetes Bild kann mit einem kleineren ISO Wert aufgenommen werden, weil kürzere Belichtungszeiten benötigt werden. Somit müsste man von Haus aus in den unterbelichteten Teilen weniger Rauschen haben, trotz einer partiellen Anhebung der Tiefen.

Das ist aber nur meine theoretische Vermutung ;)

Gruß Torsten

fred-art 13.10.17 13:15

AW: Exposure to the left
 
Ich mache es bei meinen Motorradreisen tatsächlich so, dass ich über die Belichtungskorrektur um 1 - 1,5 Blenden unterbelichte - zumindest dann, wenn ich in warmen Ländern unterwegs bin.
Der Grund ist banal: Es geht um die Zeit. Du kommst um die Kurve und siehst ein tolles Motiv - z.B. wenn ein Sportwagen und ein Pferdefuhrwerk sich auf der Straße begegnen. Also Kupplung ziehen, Killschalter, Bremsen. Tankrucksack auf, Kamera raus. Die ist auf stand-by, also mal kurz auslösen antippen und dann Blende/Belichtungszeit einstellen/prüfen. Da habe ich oft nicht die Zeit zu entscheiden, wie die Kamera jetzt die Helligkeitswerte interprediert.
Mit der Unterbelichtung habe ich genug Reserven nach oben hin, nach unten sowieso. Mit C1 kann ich das recht gut korrigieren.
Funktioniert nicht abends und in der Dämmerung, aber das ist eh klar.

Habe es auch schon mit mehr Unterbelichtung probiert, das rettet tatsächlich einige Bilder, aber es sind eher mehr, die man damit vermurkst.

Letztendlich ist es eine Frage, was Du fotografierst. Kann auch sein, dass bewusste Überbelichtung das Mittel der Wahl ist.

Fred

Altländer 13.10.17 18:31

AW: Exposure to the left
 
Hallo,
generell sollte man seine Bilder schon beim Fotografieren korrekt belichten und sich nicht auf "das bekommt man mit EBV schon hin" beziehen oder verlassen.

Dieser Vorschlag der Belichtung mit dem Histogramm nach links ist immer dann richtig, wenn das Motiv, sehr dunkle und sehr helle Motivteile vorhanden sind. Und das hat auch ein sehr einfachen Grund. Dunkle Motivteile im Nachhinein aufhellen und gegebenenfalls danach entrauschen geht eigentlich (fast) immer. Dagegen sind ausgefressene Lichter, ausgefressene Lichter und wenn ich noch so sehr mit dem Raw-Converter dagegen arbeite. Das Bild wird in den überbelichteten Bereichen dann einfach schmuddelig und grau.

Bei Fuji sieht es in der Tat etwas anders aus, da die Bilder immer mit einem festen Iso Wert gemacht werden und erst die Kamerasoftware daraus ein High Iso Bild macht. So belichte ich in angegebenen Fall kein Iso 1600 Bild unter, sondern das Iso 200 Bild und dementsprechend gut ist dann das Rauschverhalten, wenn ich die Schatten nachträglich aufhelle.

Dennoch hat alles seine Grenzen und man sollte das nicht zu sehr ausreizen, weil die Bilder dann schnell unnatürlich erscheinen. Jedoch beobachte ich in letzter Zeit vermehrt, dass das scheinbar den Geschmack der Mehrheit trifft und so finden sich nicht selten auf Titelblättern diverser Zeitungen solch unnatürlich bearbeitete Bilder.

Beispiel
Wobei dies als Beispiel dienen soll, und keinesfalls eine Kritik am Fotografen darstellt!

Das gleiche Phänomen beobachte ich bei Objektiven/ Monitoren/ Schärfungen von Fotos und Beurteilung von "Altglas".
Es geht scheinbar nicht scharf genug. Manchmal so scharf, dass es schon fast weh tut und die gewohnte Sehweise scheinbar verloren geht. So ist mein Fuji 16mm derart scharf, und scheinbar von Kameraseite heftigst korrigiert, dass ich bei der Entwicklung in LR die Schärfe sogar zurück nehme. Das 35mm f1.4 wird häufig deswegen kritisiert, weil es gegenüber den anderen Festbrennweiten in Bezug auf Schärfe abfällt. Dabei ist es keineswegs unscharf, nicht mal bei Blende 1.4, sondern es legt eine Abbildung an den Tag, die sehr guten, alten, manuellen Objektiven ( ich nenne hier mal das Minolta 50mm f1.7 was ich für sehr gut halte) an den Tag. Und so wird an alten, manuellen Objekiven viel herumgemäkelt. Natürlich können moderne und gute Objektive vieles besser. So ist oft die Gegenlichtempfindlichkeit sehr viel besser, der Kontrast und die Nahstellgrenzen, nur um mal einige zu nennen. Wenn ich aber sehe, was mir einem 45mm f2 von Minolta, was ich für gerade mal 15 Euro gekauft habe machbar ist, dann verstehe ich sämtliche Kritik manchmal nicht mehr. Hier könnt ihr euch selbst ein Bild machen. Da ist nichts getrickst oder besonders bearbeitet. Einfache Raw Entwicklung und exakte Belichtung, das ist der ganze Komher.
Anhang 7552

Gruß Wolfgang

ViewPix 13.10.17 18:49

AW: Exposure to the left
 
Super vielen Dank Fred & Wolfgang,

Ich werde diese Belichtungsmethoden mit nehmen auf meine Ausflüge und versuchen im richtigen Moment daran zu denken, auf die richtige Methode zu setzen http://www.smilies.4-user.de/include..._happy_104.gif

Ja das mit der Schärfe habe ich auch beobachtet und war selbst eine Zeit lang dem Phänomen der absoluten Schärfe verfallen. Aber bei guten Bilder ist auch da oft weniger mehr. Es kommt oft nicht darauf an, das letzte Quäntchen Schärfe im Bild zu haben.

JohannZahn 16.10.17 11:49

AW: Exposure to the left
 
ich danke den Autoren der ausführlichen und interessanten Beiträge!


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