Einzelnen Beitrag anzeigen
  #9  
Alt 22.09.11, 13:54
Benutzerbild von fred-art
fred-art fred-art ist offline
Administrator
 
Registriert seit: 28.06.07
Ort: 82275 Emmering
Alter: 57
Beiträge: 3.777
Cool AW: Euer Urteil bezüglich dieser Seite...

Zitat:
Zitat von ViewPix Beitrag anzeigen
Daraus resultiert wiederum eine Frage:

Hat man zu Zeiten des Filmes in der reinen Hobby- und Freizeitfotografie vielleicht auch völlig auf Schnappschüsse verzichtet?
Die Frage ist berechtigt, lässt sich aber nicht allgemeingültig beantworten.

Vielleicht mit einem kleinen Rechenbeispiel:

Denke mal an Deiner Fotosessions zurück, wie viele Bilder Du gemacht hast.
Dann nimmst Du mal pauschal 1 Euro/Bild und überlegst Dir, wie viele Schnappschüsse Deine Hobbykasse her gibt.

Auf mich bezogen: Wenn ich ein Aktshooting mit s/w Film gemacht habe, dann habe ich dafür maximal 5 Filme 'a 36 Aufnahmen angesetzt, also 180 mögliche Bilder.
Für einen Film habe ich ca. 8 Euro bezahlt, hinzu noch die Kosten für die Chemie, um den Film zu entwickeln. Rechnen wir mal pauschal 50 Euro reine Neagtiv-Materialkosten für das Shooting.

Wenn ich das Negativ scanne, kommen keine weiteren Kosten dazu, vorausgesetzt, ich besitze einen Scanner oder kenn jemanden, der mir kostenlos einen leiht.

Will ich ausbelichten, kommen nochmal Kosten für Chemie und Fotopapier hinzu, weiter nichts, vorausgesetzt ich besitze einen Vergrößerer oder kenn jemanden, der mir einen leiht.

Was man bei der Rechnung und vielmehr bei dem ganzen Projekt noch berücksichtigen muß: Ob das Bild was geworden ist, sehe ich erst nach dem Entwickeln des Films. Ausschuss ist also mehr oder weniger vorprogrammiert, so dass - je nach Wichtigkeit einer Aufnahme eine zweite Sicherheitsaufnahme eingeplant werden muß.

Wer das liest, wird sich denken: Bloß nicht zurück in die Steinzeit, die moderne Technik hat doch so einiges vereinfacht.
Das ist natürlich soweit richtig. Gleichzeitig hat sie aber bei vielen einen Rückschritt gebracht, weil man eher auf Masse statt Klasse setzt - lieber drei- vier Sicherungsaufnahmen, kost ja nix.
Kostet es aber schon: Zum Einen konzentriert man sich nicht mehr so auf die einzelne Aufnahme die Aufnahmequalität verliert zugunsten des Zufallsprinzipes. Zum Anderen benötigt man hinterher viel Zeit, um die Spreu vom Weizen zu trennen, also die gelungenen Bilder von den anderen auszusortieren.

Das Projekt 36 ist deshalb - aus meiner Sicht - schon interessant, wenn man seine Qualität und die Effizienz bei der Nachbearbeitung steigern möchte.
Man braucht es ja nicht konsequent dauerhaft umsetzen, ab und an reicht schon.
Ich hab in den vergangenen Jahren Workshops dazu angeboten, wo die Teilnehmer zusammen auf die Pirsch gegangen sind und hinterher die Bilder jedes Einzelnen gemeinsam besprochen haben. Das schafft inen zusätzlichen Anreiz, um seinen Blick weiter auszubilden (Es ist kein Zufall, dass so ein Workshop sich bei mir über zwei aufeinanderfolgende Samstage erstreckt )

Fred
__________________
Which of my photographs is my favorite?
The one I'm going to take tomorrow.
(Imogen Cunningham)

Aktuelles Projekt: http://www.platz-vier.de
Mit Zitat antworten