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Alt 30.08.13, 09:27
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fred-art fred-art ist offline
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AW: Photoshop CS6 ... CC

Waren die Softwarehersteller in den letzten Jahren damoit beschäftigt, das Produkt zu verbessern, so geht der Trend immer mehr in Richtung 'muss billiger werden' oder 'den Anwender kontrollieren'.
In beiden Disziplinen ist Apfel der Marktführer. Eine privat gekaufte Musikdatei muss über eine Apfel-Software auf ein Apfel-Endgerät übertragen werden - damit die Jungs in Cupertino auch wissen, dass Du es hast Und weil der 68000-er Prozessor - der den Apfel durch seine Grafikfähigkeiten zu etwas besonderem gemacht hat - zu teuer geworden ist, wurde halt ein Intel-Chip eingebaut, wie er auch in jedem Windows-Rechner steckt. Schlimmer noch, es wurden sogar Windows-Programmierer eingekauft, um die Apfel-Software mit dem Prozessor kompatibel zu machen.
Was den Apfel heut noch 'besser' macht als andere Systeme, das ist die Einschränkung. Man darf weniger, als bei offenen Systemen, deshalb kann man auch weniger falsch machen.

Die 'Cloud' gibt es ja quasi schon seit es den Macintosh gibt. Vielleicht noch nicht so ganz ausgeprägt. Steve Jobs war ein Visionär, der halt in fremden Wohnzimmern gewildert und die dort gefundenen Ideen mit Nachdruck fertig entwickelt und früher auf den Markt gebracht hat.
Die Anderen ziehen halt nach. Die Cloud ist schon lange kein alleiniges Apfel-System mehr.
Für das Unternehmen hat es viele Vorteile:
  • Es spart geld, die man in DVD brennen, Handbücher drucken, Verpackung und Versand investieren müsste.
  • Es ist schnell - der erste Vogel fängt den Wurm.
  • Und es bindet den Kunden an das Produkt. Ähnlich wie bei den eBooks ändert sich das Lizenzmodell. Man kauft das Produkt nimmer, sondern bekommt eine Nutzungslizenz - die man auch von außen wieder wegnehmen kann. Und man kann die gebrauchte Vorversion nicht mehr weiterverkaufen, wie das bei PS oft gemacht wurde, wenn man die neue Version hatte.

Es gibt Software auf dem Markt, die schon an die Fähigkeiten von PS rankommt - zumindest was die Amateure betrifft.

Ich selber nutze schon seit vielen Jahren Capture One für die RAW-Entwicklung, weil die einfach ein auf RAW spezialisiertes Unternehmen sind, die auch selber Mittelformat-Rückteile entwickelt. Selbst Adobe-lastige Medien stellen bei ihren Tests immer mal wieder fest, dass das Produkt besser abschneidet als LR oder CameraRaw.
Problem ist halt, dass es dahinter noch eine Software braucht, wenn die Bildbearbeitung über Entwicklung, Entzerrung, und Stempeln hinausgeht. Da übergibt auch C1 am liebsten an PS.

Beruflich halte ich 4mal im Jahr Workshops zur Bildbearbeitung. Dazu setze ich GIMP ein. War es vor 5, 6 Jahren noch berechtigt, das Produkt als unfertig zu bezeichnen, so ist es in der Version 2.8 erwachsen geworden. Es läuft auf Windows und Linux und man hat sogar die Möglichkeit, es in ein Fenster zu 'fangen', das offene System hat früher vor allem in der Windows-Welt für Unmut gesorgt. Selbst PS-Plugins laufen damit.
Problem für mich als GIMP und Photoshop-Nutzer: Es unterscheidet sich von der Bedienung spürbar - was das switchen zwischen den Systemen schwierig macht. Also hat man halt sein Prio-System (bei mir derzeit PS) und nutzt das Andere nur für Standart-Bearbeitungen (das, was ich den Workshopteilnehmern, die ziemlich am unteren Ende der Leiten stehen, beibringt).
Wenn ich mir dann aber ab und an die Mühe mache und auch mal tiefer einsteige, dann überzeugt es mich immer wieder, dass da mehr unter der Haube steckt, als man gemeinhin anerkennen möchte.

Ich glaube nicht, dass Adobe hier gegenlenkt - da müsste sich schon die Firmenführung ändern. Denn in die Cloud wurde viel Geld gepumpt - das muss sich notfalls mit Gewalt rechnen.
Und ganz ehrlich: Bisher haben 1.300 Euro als Kaufpreis nicht abgeschreckt - wieso sollte es ein 'überschaubarer' monatlicher Beitrag tun? Vor allem, wenn überall zu lesen und zu hören ist, dass man an PS nicht vorbei kommt, wenn man tiefer einsteigen will.

Es gibt einen großen Aufschrei, dann probiert man ein wenig an anderen Produkten rum. Merkt, dass man da von vorne anfangen müsste und kehrt schließlich zu dem zurück, was man schon kennt.
Ich behaupte mal, bei 90% der PS-Nutzer wird es so sein. Ganz abgesehen davon, dass es auch sehr viele Student and Techer Lizenzen und noch mehr Raubkopien gibt. Das kann man damit massiv eindämmen.

Fred
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(Imogen Cunningham)

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