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Alt 30.08.13, 14:02
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fred-art fred-art ist offline
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AW: Photoshop CS6 ... CC

Ich denke, dass die Philosophie, die Adobe und Microsoft leben, auch funktioniert:

Man bietet Schülern und Studenten die Software zu einem Spottpreis an. Wenn diese Leute dann ins Berufsleben wechselt, dann wird sie dort dafür werben, dieses Produkt zu kaufen, weil sie sich damit auskennen.

Bei uns in der Firma bekommen nur die Layouter die CS. Alle anderen Mitarbeiter bekommen GIMP, weil sie an sich nur marginale Bildbearbeitung durchführen oder das druckfertige Produkt nur gegenprüfen müssen.
Jeder Praktikant und jeder, der neu anfängt jammert, dass er ohne Photoshop nicht klar kommt.

Aber gerade bei den Student&Teacher-Lizenzen hat das Cloud-Modell einen großen Vorteil: Es wird auf ein Jahr limitiert, wer es länger braucht, muß nochmal eine Bescheinigung vorlegen und bekommt wieder ein Jahr.
Hier ist nämlich ne Menge Geld an Adobe vorbei geflossen, weil doch einige solange mit dem Update gewartet haben, wie es ging.

Ein weiterer Vorteil: Im Bild verstecken sich ja auch EXIF und IPTC-Dateien. Da gibt es die, die jeder anschauen kann und auch welche, die nur für die Hersteller interessant sind.
Nun steht im Lizenzvertrag dass man Bilder, die mit der S&T-Lizenz der CS bearbeitet hat, nicht kommerziell nutzen darf. Tja, in der Cloud werden ja die ganzen Bilddaten gespeichert - ob man das will oder nicht. Wenn man da nun einen Algorhytmus programmiert, der z.B. Bildagenturen nach diesen Daten durchforstet und man stellt fest, dass da ein mit einer S&T-Lizenz bearbeitetes Bild zu sehen ist - na ja, dann kann man diese Softwarelizenz einfach sperren und eine Lizenzabgabe einfordern. Stell Dir vor, Du möchtest die Bilder vom letzten Urlaub bearbeiten und wenn Du Photoshop aufmachen willst, kommt eine Fehlermeldung: Tut uns leid, sie haben gegen das Lizenzabkommen verstoßen. Überweisen sie xxx Euro und abonnieren Sie eine unbeschränklte Lizenz, dann dürfen Sie auch wieder Bilder bearbeiten.

Ich denke, Die ganzen Creative-Suites sind so verwurzelt im kommerziellen Bereich, wie eben auch Windows und Office. Microsoft geht ja in eine ähnliche Richtung: Office nicht mehr kaufen, sondern die Nutzungsdauer in der Cloud bezahlen.
Im kommerziellen Bereich wird das Cloud-Modell deshalb kaum dazu führen, dass man sich ein anderes Produkt sucht. Vor allem die steuerliche Absetzbarkeit hält den Druck sehr gering, selbst wenn sich die Kosten verdoppeln würden.
Im privaten Bereich glaube ich aber auch nicht dran, denn aus eigener Erfahrung weiß ich, wie es ist, mit zwei Systemen zu arbeiten. Das tut sich kaum jemand an. Deshalb orakle ich mal, dass in 5-6 Jahren keiner mehr über das Cloud-Modell jammert. Es sei denn, die Cloud gibt es dann nicht mehr, was aber eher unwahrscheinlich ist.
Denn generell sind im Moment viele große Firmen dabei, ihre EDV in die Cloud auszulagern. Selbst bei uns denkt man da schon drüber nach.

Die Apfel-Fans arbeiten seit jeher in der Cloud, da höre ich auch kein Gejammer. Im Gegenteil: Die meisten sind davon überzeugt, dass es das Beste ist, was es gibt
Der Unterschied dabei: Man zahlt halt nicht mit Euros, sondern mit seinen persönlichen Daten und Bewegungsprofilen, das macht es für viele leichter


Fred
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