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Alt 28.08.17, 14:13
Altländer
Gast
 
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AW: Warum es besser ist mit einer schlechteren Kamera zu fotografieren!

Hier muss ich auch mal mein Senf dazu geben.

Zunächst einmal finde ich nicht (mehr) dass man mit Film eine andere (bessere?) Wirkung erzielen kann, als mit einer digitalen Kamera. Anders ja. Besser, in meinen Augen nein.
Dazu ist die moderne (nicht unbedingt die aktuelle) Kameratechnik zu sehr fortgeschritten, als dass man sich heute noch großartig Gedanken über die Bildqualität machen soll oder muss. Diese ist, das kann man mit Gewissheit sagen, mittlerweile über alles erhaben und selbst mit den kleinen Sensoren moderner Smartphones lassen sich heute, wenn auch nur in begrenzter Größe, hervorragende Aufnahmen machen. Wer sich davon überzeugen will, braucht nur mal bei Flickr als Suchbegriff Iphone einzugeben.

Maßgeblich ist nach wie vor der Fotograf und weniger das Gerät. Bei letzterem zeigt sich mehr und mehr, dass es dabei nur noch um dessen perfekte Bedienung geht und wie gut der Fotografierende diese beherrscht.

Als seiner Zeit die ersten brauchbaren AF Spiegelreflex Kameras auf den Markt kamen, das dürfte so Mitte der achtziger Jahre gewesen sein, stäubte ich mich noch einige Zeit, auf eine AF Kamera umzusteigen, weil dies mit dem Wechsel einer ganzen Objektivgeneration einher ging. Nicht ganz so schwer viel mir der Wechsel von Analog, Film auf Digital, obwohl ich auch hier lange gewartet habe. Die Minolta Objektive, die ich verwendete, funktionierten mit mehr oder weniger Abstrichen allesamt auf der Minolta D7d. Erst beim Erwerb der deutlich verbesserten Sony A700 (immer noch mit Minolta Anschluss) zeigten sich die Schwächen einiger Objektive doch sehr deutlich, so dass ich nach und nach auf neuere Objektive umschwenkte.

Dies fiel mir auch deshalb etwas leichter, weil ich zu dieser Zeit im Sony Store in Berlin bis zu 30% auf Kameras und Objektive bekam und ein Freund mir auch einiges direkt aus Amerika mitbrachte. So bekam ich zum Beispiel den Batteriegriff für meine A850 zu einem Preis, für den ich ihn hier zu Lande nicht mal gebraucht bekommen hätte.

Störend für mich waren nach wie vor die nicht wirklich guten High Iso Eigenschaften, der teilweise ungenaue AF und die Dynamikeigenschaften der Sensoren.

Das alles änderte sich für mich schlagartig, als Fuji die X-Pro1 heraus brachte. Die Dynamik des Sensors war beeindruckend, ebenso die High Iso Eigenschaften. Der AF der ersten Fujis ist zwar langsamer als der moderner Spiegelreflexkameras, dafür aber 100% treffsicher. Aufnahmen bis Iso 6400 waren plötzlich ohne großartige Rauschorgien möglich. Und selbst bei 3200 Iso rauscht meine Pro weitaus weniger, als meine damalige Sony A850 bei 800 ISO! Das nenne ich mal ein Fortschritt.
Ein Fortschritt, den ich nicht mehr missen möchte. Der Einsatz des Blitzgerätes ist nur noch selten von Nöten und wenn, dann sind Aufnahmen im Bereich 800 - 1600 Iso problemlos möglich, was kleine Blitzgeräte ermöglicht.

Vor einiger Zeit habe ich mir dann eine XT-1 dazu gekauft. Hier ist es der große und helle Sucher und das Klappdisplay, was den Kaufwunsch auslöste. Auch der AF hat sich hier erheblich gebessert und ist gefühlt sicher vier mal schneller als der der Pro1. Doch diese Kamera überfordert mich auch mit ihren Möglichkeiten, das gebe ich offen zu. Neulich musste ich im Forum nachfragen, weil eine Funktion abschaltet, die ich versehentlich eingeschaltet hatte und deshalb nicht wusste, wie man es wieder abstellt. Zudem sind hier viele Knöpfe frei konfigurierbar, was die Bedienung zwar erleichtert, jedoch voraussetzt, dass man nach Wochen noch weiß, was man wie belegt hat.

Nur gut, dass ich für mein Art zu fotografieren meist auf "alt hergebrachtes" zurück greifen kann, und dies selbst bei modernen Kameras noch möglich ist.

Fazit:
Ich fotografiere nach wie vor gern mit der mittlerweile betagten X-Pro1 und X-E1, welche sich bis auf den Sucher kaum unterscheiden. Die X-T1 mag ich wegen des hervorragenden Suchers, dem schnellen AF und dem Klappdisplay und bisher sehe ich kein Grund, auf Pro3, eine zu erwartende E3 oder X-T2 umzusteigen. Allesamt haben die Kameras sowohl was MP betrifft als auch im Funktionsumfang und Geschwindigkeit deutlich zugelegt. Dennoch ist das alles für mich noch kein Kaufargument und meine Kameras sind von der Funktionalität und Bildqualität derart gut, dass sie mich, solange sie funktionieren begleiten werden. Was in gewissen Grenzen auch dazu beiträgt ist, dass man diverse MF Objektive, wie zum Beispiel MD und MC Objektive von Minolta wieder verwenden kann.

Gruß Wolfgang
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