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Alt 29.12.14, 18:39
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fred-art fred-art ist offline
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AW: Staubgeschützt ?

Ich denke, Du sprichst da von zwei Dingen:

So schreibst Du z.B., Du würdest in einer sandigen Umgebung keinen Objektivwechsel machen.
Tatsächlich ist das das größte Problem. Objektivwechsel sorgen für Staub im Kameragehäuse und auf dem Sensor.

Ich habe meine Objektive seit über 30 Jahren in allen möglichen Gebieten dieser Welt dabei. Viele davon verwende ich heute noch, weil sie ein Metallbajonett haben und deshalb robuster sind als viele der neuen Objektive.

Darunter sind L-Objektive, aber auch Ultrasonic.

Die Kamera mit dem jeweils aufgesetzten Objektiv und Gegenlichtblende befindet sich dabei ohne vorderen Objektivdeckel im Tankrucksack meines Motorrades. Der schaut in etwa so aus:


Ein einfacher, nicht abgedichteter Reißverschluss, der auch oft noch nichtmal vollständig geschlossen ist - manchmal lasse ich ihn ganz offen, um recht schnell anhalten und die Kamera aus dem Rucksack holen zu können.

Ich bin so auf staubigen Straßen in der ganzen Welt und/oder auch in den Wüsten unterwegs.

Noch nie in all den 30 Jahren ist Staub in das Objektiv gekommen. Wenn dann bestenfalls auf die vordere oder hintere Linse - oder - was eher noch schlimmer ist - unter den Zoomring.
Mit ist auch schon ein 'normales' USM-Objektiv in einen Fluß gefallen und lag ca. eine Minute komplett unter Wasser. Nach dem Trocknen hat es wieder einwandfrei funktioniert, es gab kein Wasser im Inneren.

Klar ist, dass viele Leute - gerade die Hobbyisten, bei denen es keinen ROI gibt, ihr Equipment behandeln wie ein rohes Ei.
Wenn man aber - zumindest bei Canon Gehäusen - in der Magnesiumklasse investiert (das sind die Einstelligen und Zweistelligen Modelle) und auch bei den Objektiven nicht die billigsten nimmt, dann sind die dafür gebaut, etwas ab zu können.
Ich kann Dir mal ein Bild von meiner 1D zeigen, wie die nach 7 Jahren aussieht. Sie hat ihr Geld mehrfach verdient und mich kein einziges Mal im Stich gelassen, ist schon mit dem Stativ aus 1,60m Höhe umgekippt oder mir auf dem Motorrad sitzend aus der Hand gefallen.
Würde ich die verkaufen wollen, dann würde ich sicher weniger bekommen als ein Hobbyfotograf, der seine Kamera nur mit Samthandschuhen angefasst hat.

Für mich gelten da andere Gesichtspunkte. Wenn die Kamera ihr Geld verdienen soll, dann muss ich aus dem Komfortbereich der Freizeitfotografen raus. Denn auch die können fotografieren und bieten ihre Bilder in Dumping-Bildagenturen zum Kauf an.

Selbst wenn ich Bilder für den Privatgebrauch mache, mute ich meiner Kamera einiges zu. Von Vorgestern auf Gestern war ich in Rumänien auf einem Berg und habe während eines Schneesturms fotografiert. Bei Windgeschwindigkeiten über 80 km/h da kommen dermaßen feine Eiskristalle daher, dass man das Gefühl hat, die Haut wird mit Stecknadeln malträdiert. Meine 5DMKII hatte hinterher eine ca. 1,5cm dicke Schicht von diesem Schnee um Gehäuse und Objektiv. Die habe ich dann im Windschatten einfach abgewischt, bevor ich die Kamera weggepackt habe. Gestern hat sie wieder problemlos funktioniert. Und das, obwohl die 5DMKII eine weitaus schlechtere Abdichtung hat als meine 1D.

(Wie Du siehst, schreibe ich schon wieder übers Gehäuse, weil ich bei den Objektiven selber nie Probleme hatte).

Fred
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(Imogen Cunningham)

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