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Alt 03.07.11, 11:08
hitfidelity
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AW: 3 rätselhafte Rätsel

Also gut, weil du´s bist :

Zu 1.: Es ist St.Sulpice, eine Kirche mitten im Quartier Latin in Paris. Sämtliche von mir hier eingestellten Bilder sind dort von mir aufgenommen worden. Die Kirche wurde durch den Roman "Sakrileg" bekannt, in dem sie vorkommt, darauf wollte ich mit meinen blutroten Romanpassagen anspielen. Seither pilgern viele (v.a. amerikanische) Touristen dorthin, um zu sehen, ob´s dort tatsächlich so aussieht...

Zu 2.: Mittlerweile habe ich´s herausbekommen: es ist Dionysius, mit dem Kopp unter´m Arm. Dionysius ist in Paris hingerichtet worden, oben auf dem Hügel von Montmartre. Anschließend lief er der Sage nach enthauptet zu seiner künftigen Grabstätte in Richtung Norden . Ich hatte ihn auch am Portal von Notre Dame fotografiert und mich dann gefragt, wer das wohl sein mag... für ein Kirchenfenster hat die Darstellung schon was Abgefahrenes finde ich.

Zu 3.: Das letzte Rätsel: es ist eine 1:1-Kopie des Grabtuches - obwohl...nicht ganz...denn: das Grabtuch im Original sieht wohl so aus:http://de.wikipedia.org/wiki/Turiner_Grabtuch (1.Foto oben links) - man erkennt so gut wie nichts darauf. Die von mir in St.Sulpice fotografierte Kopie zeigt also nicht einfach ein Foto des Grabtuchs, sondern dessen Negativ. Es ist nämlich folgendermaßen:

"So sieht das Turiner Grabtuch aus wenn man es mit einem Fotoapparat fotografiert, und sich das Negativ ansieht.
Die Ursache dafür ist, dass das Bild auf dem Grabtuch eine Art Negativ ist, das dann auf dem fotographischen Negativ als positives Bild mit den Hell- und Dunkelflächen erscheint, wie wir sie gewohnt sind."

Also: - mal - = +, doppelte Verneinung sozusagen. Erstmalig kam ein Mann namens Second Pia drauf:

"Am 28. Mai 1898 wurde der Turiner Ratsherr und Rechtsanwalt Second Pia, ein geschätzter Amateurfotograf, eingeladen, das Turiner Grabtuch - zum ersten Mal in der Geschichte - zu fotografieren. Und weder er noch sonst jemand dachte daran, daß sich damit eine schwindelerregende Sensation vorbereitete.
Fotographisch war das Bild, das sich zeigte, kaum festzuhalten, Aber Pia gab nicht auf. Dickköpfig, wie er war, korrigierte er sich mehrmals und machte dann an jenem lauen Abend des 28. Mai mit großen Fotoplatten von 50 mal 60 Zentimeter doch noch technisch korrekte Aufnahmen.
Das erste Negativ, das sich langsam auf der in das Entwicklungsbad gelegten Platte entwickelte - und die er dann vor Aufregung fast fallen ließ - sollte sich wie ein Lauffeuer über die ganze Welt verbreiten."

Däh. Die Stühle sind übrigens mein Lieblingsfoto.
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