Da stimme ich Dana zu.
Zitat:
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Da stecken quasi 1,5 Jahre Konzeption hinter und wurde auch Branchenspezifisch von vielen Stellen abgesegnet
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Genau das finde ich die Falle: Man hat viel Zeit rein gesteckt und sich viele Gedanken gemacht. Ein paar Leute, die man für kompetent oder wichtig hält, haben nicht widersprochen. Wenn jetzt also noch jemand kommt, der das anders sieht, dann kann es wirklich nur an dem liegen!
Die Planungszeit, die man in eine Sache rein steckt, zeigt eine Tendenz zur Versteinerung von Ideen, die jetzt schon sooo alt und immer noch nicht zu einem fertigen Produkt geworden sind. "Ein Jegliches hat seine Zeit" steht beim Prediger Salomo. Das ist einer der wenigen Bibeltexte, an denen mir was liegt. Mir hat das nämlich den entscheidenden Tritt in den Hintern gegeben und die Erkenntnis, dass ich ganz arg dazu neige, Ideen krass in die Länge zu ziehen, weil ich immer und immer noch irgendwas unfertig finde. Damit hab ich früher eine ganze Reihe wirklich ausbaufähiger Projekte, die ich voller Elan angefangen habe, in den Sand gesetzt. Es hat lang gedauert und viel Frust gekostet, bis ich kapiert hab, dass mein Wunsch nach immer noch einem weiteren Schliff mit jeder kleinen wirklichen Perfektionierung größer wird, weil ich jetzt ja schon so viel Mühe und Sorgfalt rein gesteckt hab, dass ich es jetzt unbedingt RICHTIG GUT machen will!
Der Schwenk ist mir sehr schwer gefallen, aber ich setze mir heute für solche Dinge gleich am Beginn einen möglichst realistischen Zeitrahmen (Daumenregel: Wie lang wirds dauern, wenn ich nix Wesentliches übersehen habe? Diese Zeit verdopple ich), der dann auch wirklich DEADLINE ist.
Ab da muss es laufen - nicht perfekt, aber so, dass man es sehen lassen kann. Klar ist, dass dann noch eine Menge Arbeit kommt, aber der große Unterschied ist, dass man jetzt nicht mehr im Sandkasten bastelt und tüftelt, sondern das Ding ist online, man arbeitet ab jetzt unter den Augen der Allgemeinheit, und es verbietet sich von selbst, zum soundso vielten Mal alles wieder übern Haufen zu schmeissen.
Der große Vorteil für meine Arbeitsweise bei dieser Methode ist, dass klar ist, die Version, wie sie am Deadline-Termin eben ist, wird öffentlich, ist also die Startversion. Weil ich natürlich keinen Murx will, nehme ich kurz vor dem Termin alles das noch raus, was halt "irgendwie faul und wackelig" ist, mit dem ich mich also blamieren könnte. Die Startversion ist dann immer eher schlank, das aber sauber. Was ich noch schnell raus genommen hab, hat aber schon seinen festen Platz, auf dem es eins nach dem andern - plopp - zugeschaltet werden kann. Ob das dann in einer Woche oder einem Monat passiert, ist nicht so wichtig.