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Bildbearbeitung, Fototechnik und Tipps Fragen rund um die Bildbearbeitung, Fototechnik und Tipps.

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  #1  
Alt 12.03.08, 18:46
Benutzerbild von fred-art
fred-art fred-art ist offline
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gelöschte Daten (Bilder) wieder herstellen

*** hat einen Diskussions-Thread aufgemacht zum Thema, wie man Daten auf Speichermedien so löscht, dass sie nicht wieder hergestellt werden können. Diesen möchte ich hiermit ergänzen, mit einem Thread über das Wiederherstellen versehentlich gelöschter Daten.
Klar ist: Wer das von mir im anderen Thread genannte Tool auf seine Datenkarte, bzw. Festplatte losgelassen hat, der braucht hier nicht mehr weiterzulesen.

Oft werden Daten (Bilder) jedoch aus Versehen gelöscht oder man verschiebt die Daten vod der Karte zur Festplatte und dabei läuft was schief. Hier ist es ein leichtes, die Daten wieder herzustellen.

Auch hier ein wenig Grundlagen:
Wenn man eine Datei (ein Bild) vom Datenträger löscht, so wird dieser nicht wirklich gelöscht, es wird nur der Eintrag aus dem Directory entfernt. Bei den Datenträgern wird folgendes gemacht: Es wird lediglich der erste Buchstabe des Dateinamens durch ein Sonderzeichen ersetzt, womit man den Eintrag einfach unsichtbar macht.
Mit einem kleinen Tool kann man nun das Directory auslesen, die gelöschten Dateien anwählen und den ersten Buchstaben wieder eintragen. Wenn man nicht weiß, wie die Datei ursprünglich hieß, so nimmt man einfach einen 'Normalen' Buchstaben aus dem Alphabet. Schwupps - schon ist die Datei wieder sichtbar.
Nun, es wird noch ein Flag gesetzt, ein kleines Fähnchen markiert die 'gelöschte' Datei als gelöscht. Das tut sie aus folgendem Grund: Schreibt man auf den Datenträger, auf dem man Dateien gelöscht hat, neue drauf, so werden diese zuerst in den freien Bereich geschrieben, also auf die 'leeren' Seiten des 'Buches'. Erst wenn keine leeren Seiten mehr vorhanden sind, fängt das Dateisystem an, die Dateien, mit dem Lösch-Fähnchen zu überschreiben.
Mit dem von mir favorisierten Tool kann man sogar solche teilweise überschriebenen Bilder wieder sichtbar machen. Diese haben dann halt einen schwarzen Balken, je nachdem wie viel von der Datei gelöscht wurde.
Ich hol noch etwas weiter aus: Je nachdem, wie viele Farbinformationen auf dem Bild vorhanden sind, desdo kleiner oder größer wird die Bilddatei auf dem Datenträger - zumindest, wenn man die Bilddatei in anderen Formaten als RAW erstellt. Nehmen wir zum Beispiel JPEG. JPEG ist ein komprimiertes, verlustbehaftetes Dateiformat. Komprimiert bedeutet, dass man die Datei verändert, um Platz zu sparen. Wie das genau funktioniert will ich nur gang grob schematisieren: Da ist die Farbe 'einwenigwasvonkarminrot', nennen wir sie einfach mal fenisalpina . Dann gibt es die Farbe 'lilablassblauundeinwenigdunkelgrau', der Einfachheit halber Fred genannt. Für jeden Bildpunkt werden zwei Werte abgespeichert, der Farbwert und der Helligkeitswert. Bei 8Bit (JPG) sind das schon mal 16 Bit's (Da liegt manch einer schon unterm Tisch )
Wie kann man diese Datenflut minimieren? Indem man eine Variable vergibt. Heißt ganz einfach: Einmal wird die Kombination aus Farbe und Helligkeitswert abgespeichert (Beispiel: lilablassblauundeinwenigdunkelgrau) , wenn die gleiche Paarung wieder auftritt, dann setzt man dafür eine Variable (Beispiel: Fred).
So, warum nun das ganze Geschwätz um Bit's und Byte's?
Wie gesagt, je nachdem, wie viele unterschiedliche Farb- und Helligkeitsinformationen in einem Bild enthalten sind, um so größer oder kleiner ist die Datenmenge. Entsprechend unterschiedlich ist der benötigte Platz auf der Speicherkarte (Manche Kameras füllen die Dateien allerdings einfach auf, damit diese gleich groß werden).
Speichert man nun z.B. 3 Bilder auf der Karte ab, löscht das mittlere und fotografiert es nochmal, dann .... ja - gut aufgepasst, dann wird das Bild erstmal an die Stelle 4 geschrieben ... solange bis die Speicherkarte voll ist. Gut, die Karte ist voll, ich lösche zwischendurch ein paar Bilder raus (nicht alle meine Bilder sind genial ) - schon hab ich wiedeer 90% Speicherkapazität frei
Nun wird also ein Bild in die erste frei gewordene Lücke geschrieben. Hmmm, zufälligerweise ist das Bild nun zu groß für diese Lücke, was passiert? Das Bild wird einfach zerschnitten, was nicht rein passt, kommt in die nächste freie Lücke.
Wenn man sich nun mal diesen Vorgang 100mal hintereinander vorstellt, dann hat man am schluß nur mehr Puzzleteile statt Bilder auf dem Datenträger - wir EDV-Fuzzi's sagen dann: Die Platte ist fragmentiert.
Das Inhaltsverzeichnis schwillt explosionsartig an, und der Schrib-Lesekopf kommt ganz schön ins Schwitzen, weil er große Wege zurücklegen muß, um die Daten wieder zusammenzusammeln.
Zeit, um mal wieder zu defragmentieren - oder zu formatieren.
Der Unterschied: Beim Defragmentieren werden die Bilder wieder zusammengeklebt - es wird erstmal platz gemacht, bis ein ganzes Bild dahin passt, dann wird das Bild zusammengeklebt und dahin gespeichert - die Daten bleiben also erhalten.
Beim Formatieren wird einfach das Inhaltsverzeichnis gelöscht und - von vorne nach hinten neu beschrieben. Warum nicht in die vielelicht noch vorhandenen Lücken? Weil die kleinen Löschfähnchen im Inhaltsverzeichnis liegen und dem bösen Mister Format zum Opfer gefallen sind.
Da jedoch jeder Datenblock einer Datei mit einem speziellen Stempel versehen ist, kann man auch dann noch einzelne Dateien wieder zusammensuchen, es ist nur aufwendiger. Vergleichbar wäre das, wie wenn man Seiten aus verschiedenen Büchern hat und jedes dieser Bücher in einer anderen Schriftart gedruckt ist oder auf einem anderen Papier etc.
Das kann eine gute Software auch - womit ich langsam zum Schluß meiner eher uninteressanten Ausführungen kommen will.

Her mit der Software aber .. welche?

Ich verwende und empfehle das Freeware-Tool PC INSPECTORâ„¢ File Recovery. Es lässt sich auf alle Datenträger anwenden, die einen Laufwerksbuchstaben erzeugen, wenn man diese an den PC steckt. Somit kann ich es für 'normale' Daten ebenso einsetzen wie für Bilder .. Und weil ich Mann bin und deshalb von Haus aus nur mit wenig brauchbarem Hirnvolumen ausgestattet bin, brauch ich weniger zu merken

Ach ja, runterladen kann man sich das Tool hier: http://www.pcinspector.de/

Speziell für Fotos entwickelt wurde Photo Rescue:

http://www.pcwelt.de/downloads/grafik_video/bildbearbeitung/114589/

Dieses Tool ist aber nicht kostenlos.

Zitat:
Photo Rescue rekonstruiert stark fragmentierte, gelöschte Fotos. Es lassen sich Bilddateien retten, die versehentlich gelöscht, fragmentiert oder durch Systemfehler zerstört wurden.

Daneben stellt das Programm Dateien wieder her, die andere Wiederherstellungsmethoden weiter beschädigt haben. Gleiches gilt für Filme und Sounddateien, die man mit Digitalkameras aufgenommen hat. Photo Rescue produziert eine Sicherheitskopie (Image-Datei) der Speicherkarte und verwendet diese als Grundlage für eine Wiederherstellung. Damit bleibt das Original erhalten. Es greift nur lesend auf Speicherkarten zu, unternimmt aber keine Schreibversuche.

Photo Rescue unterstützt SmartMedia- und CompactFlash-Karten sowie Sonys Speicher- Sticks. Weiterhin lassen sich Dateien von SD-, MMC- und xD-Karten sowie von Microdrives rekonstruieren. Das Programm ist zudem kompatibel zu den meisten Kartenlesern.
Fred
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  #2  
Alt 14.03.08, 11:59
goldhamster
Gast
 
Beiträge: n/a
RE: gelöschte Daten (Bilder) wieder herstellen

Danke Fred für deine sehr hilfreichen Ausführungen!!!

lg sandro
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