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Blütenzauber auf den Film gebannt

Wenn wir durch unsere heimatlichen Fluren und Wälder streifen, oder auf Wanderungen unterwegs sind, werden wir des öfteren Blumen, Gräser oder andere Pflanzenteile entdecken, die – auf unseren Film gebannt – ein sehenswertes Motiv ergeben würden. Doch meist setzen uns die natürlichen Verhältnisse wie Beleuchtung, Wetter und Wind gewisse Grenzen. Insbesondere der Wind ist es, der uns oft zu schaffen macht, so dass das Fotografieren von Blumen zu einer windigen Angelegenheit wird.

Gegen Wind hilft ein Blitz

Um Bewegungsunschärfe durch Wind zu vermeiden, könnten wir natürlich eine kurze Verschlussgeschwindigkeit verwenden. Da wir aber dadurch die Blende meist ganz öffnen müssen, sinkt wiederum die Schärfentiefe, was sich hauptsächlich im Nahbereich negativ bemerkbar macht. Als einziger Ausweg bleibt uns in diesen Situationen deshalb nur der Elektronenblitz. Einen solchen benötigen wir auch, wenn wir Pflanzen im Wald fotografieren. Dadurch vermeiden wir einen grünen Farbstich, der durch das grüne Blätter- und Nadeldach der Bäume entstehen würde.

Foto rechts: Details von harmonischer Schönheit, Weisser Germer (Veratrum album)

Bei Windstille ein Stativ

Herrscht draußen Windstille, dann sollten wir auf alle Fälle ein Stativ verwenden. Dies ist Bedingung für verwacklungsfreie Aufnahmen. Durch die längeren Belichtungszeiten, die dadurch möglich sind, können wir die Blende weiter schließen, so dass eine größere Tiefenschärfe entsteht. Bei Blumenaufnahmen machen wir natürlich nicht nur Aufnahmen von der ganzen Pflanze, sondern besser von einem Teil davon, wie etwa der Blüte, einem Blatt oder dem Stängel. Diese Ausschnitte sind viel reizvoller. Wie ästhetisch ist doch eine Blüte im Gegenlicht mit dunklem Hintergrund – ein Blatt, besetzt mit Tautropfen oder ein Pflanzenstängel mit Raureif besetzt. Voraussetzung ist, dass wir mit unserer Kameraausrüstung auch Nahaufnahmen machen können.

Foto links: Eine Distel im Gegenlicht; der filigrane Aufbau dieser Pflanze kommt dadurch besonders reizvoll zur Geltung.

 Wichtig ist ein ruhiger Hintergrund

Um einen ruhigen Hintergrund zu bekommen, achten wir darauf, dass unmittelbar hinter der zu fotografierenden Pflanze keine weiteren störenden Details sind. Ideal wäre es, wenn der Hintergrund im Schatten läge. Einen ruhigen Hintergrund erhalten wir auch, wenn wir hinter unser blumiges Motiv einen farbigen Karton halten. Am besten in den Farben dunkelgrün oder dunkelblau. Auf jeden Fall nicht zu grelle Farben. Bei Großaufnahmen von Blüten empfiehlt es sich, den Hintergrund in der Komplementärfarbe der Blume zu halten.

Foto rechts: Bachnelkenwurz (Geum rivale)

Text & Fotos (c) by Walter J. Pilsak