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Motivtipp Oberpfalz

Der Erzähler und Lyriker Werner Bergengruen schrieb 1934 in seiner Veröffentlichung "Deutsche Reise" über die Oberpfalz: "Die Oberpfalz zwischen Donau und Fichtelgebirge ist das glanzloseste und kargste der bayerischen Länder. Da sind schwermütige Föhrenwälder zu Hause, einsame Sümpfe und Weiher, magere Äcker, Heide und Sand".

Und auch der Kunsthistoriker Hans Karlinger schrieb 1937 ähnliches über den gleichen Landstrich: "...Dann die Wälder, die sind überviel, aber schier kein Laub, lauter Fichten und Kiefern. Die Wasser sind schwarz, nicht hellgrün wie die Bergbäche; sie springen nicht, ja sie gehen nicht einmal, sie stehen mit zitterndem Gekräusel, man weiss nicht nach oben oder unten. Zwischen den Wäldern lugen schwarze Weiher. Für Ackerkrume bleibt recht wenig Platz."

Foto links: Sonnenaufgang an einem der zahlreichen Weiher

 

Düstere Kiefern- und Fichtenwälder

Das was diese beiden vor über einem halben Jahrhundert über die Oberpfalz so treffend schrieben, trifft auch heute noch zu. Dieser Landstrich ist eine herbe Schönheit, wie geschaffen für den Naturfreund und Fotografen. Er bietet alles, was man sich denken kann. Es ist nicht nur ein an Gewässern reiches Land, in dem die Kiefer und Fichte als Baumart vorherrscht. Die Oberpfalz zählt auch zu den steinreichsten Landstrichen Deutschlands. In dieser geologisch besonders interessanten Gegend gilt die Erde als die am stärksten strukturierte in ganz Europa. Geologisch gehört dieses Gebiet zum "Ost- bayerischen Grundgebirge", das sich vom bayerischen Vogtland bis hinunter zum österreichischen Mühlviertel hinzieht, und ein Teil der grossen "Böhmischen Masse" ist, die fast den gesamten Teil Tschechiens einnimmt. Hier breitete sich einst das älteste Urgebirge Europas aus, das vor über 500 Millionen Jahren entstanden ist. Im Laufe von Jahrmillionen wurde dieses dann abgetragen.

Foto rechts: Lichtung im dunklen Fichtenwald

In über hundert Bergwerken und ein vielfaches davon an Steinbrüchen wurden früher die hier vorhandenen, beachtlichen Boden- schätze gefördert, und das in nicht gerade kleinen Mengen. Es waren dies neben anderem, Eisenerz, Schwefelkies, Flussspat, Kaolin, Granit, Basalt, Uran und Edelmetalle wie Gold und Silber. Aber auch andere Mineralien wurden hier abgebaut. Inzwischen wurden die meisten diese Gruben und Zechen stillgelegt

Foto links: Basaltsteinbruch im Norden der Oberpfalz

Text & Fotos (c) by Walter J. Pilsak